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Leserbrief

Beliebigkeits- wissenschaften

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 27. Oktober 2021

«Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen»: Unter dieser abgelutschten Floskel verschickte die Regierung ein Schreiben an ihre geschätzten Einwohner. Ein Schreiben, in dem es an Widersinn nur so hagelt. Es beginnt damit, dass jener, der viele Wünsche hat, wohl eher der Kranke ist. Denn ein Mensch, der aufrecht im Leben steht und für dieses grosse «Geschenk» dankbar ist, hat nicht viele Wünsche, sondern sieht zu, dass er aus dem Leben etwas macht, in der Gewissheit, dass es endlich ist und nicht die Reichtümer der Reichtum sind, sondern das Leben selbst. Weiter salbadert sie, so als Selbstschutz, dass eine Pandemie auch Verwirrung mit sich bringt und beweist auch gleich, dass sie selber der am stärksten betroffene Kandidat ist. So schreibt sie: Aus medizinischer Sicht gibt es nicht «eine» Studie oder Auslegung, die alles erklärt. Hoppla und ei der Daus! Es gibt also mehrere Studien, die man nach Belieben und je nach Verwendungszweck und je nach Absicht aus dem Regal der Scharlatanerien nimmt? Ein wissenschaftlicher Beweis ist nach strengen Regeln definiert. Und ohne ihn darf man doch nicht einfach eine x-beliebige Stümperstudie hernehmen und daraus das ganze Volk auf dem Verordnungsweg in die Hölle schicken und es jeden Tag neu verwirren. Geht’s eigentlich noch? Franz Josef Strauss sagte einst: «Wer die Menschen verwirrt, wer sie ohne Grund in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels.» Und beim nächsten Satz zeigt die Regierung, dass sie eigentlich gar nicht weiss, wovon sie redet. Der wissenschaftlichen Erkenntnis, also irgendeiner Studie folgend, solle eine hohe Immunisierung erreicht werden, wobei die Immunisierung durch die Krankheit hohe, auch wirtschaftliche Schäden verursache. Frage also: Wo informiert sich die Regierung? In einem Türkenacker etwa? Es ist längst erwiesen, dass eine Infektion die beste Immunisierung bietet. Oder ist etwa geplant, das «G» von Genesen auch noch zu streichen?


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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