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Leserbrief

Rössle: Keine freie Entscheidung mehr möglich

Ernst Egger, Schlattstrasse 13, Ruggell | 29. September 2021

Mich öffentlich per Leserbrief zu äussern, widerstrebt mir im Grunde – doch da meine Grundsätze wesentlich ins Wanken geraten sind, möchte ich es dennoch tun: Das Lokal, in dem ich täglich «Znüni» mache, wurde von 50 Polizisten und Grenzwächtern gestürmt, einfach traurig. Ich bin ungeimpft und habe nicht vor, mich impfen zu lassen. Meiner Meinung nach sollte das jeder für sich selbst entscheiden können. Wenn ich mich impfe, bin ich zwar geschützt, aber nicht immun. Das heisst, dass ich den Virus weitergeben und auch angesteckt werden kann. Ich bekomme eine Impfung, die lediglich einen schwächeren Verlauf bezweckt. Die Immunisierung ist trotz der Impfung nicht gegeben. Wenn ich noch 10 bis 15 Jahre lebe, brauche ich bestimmt 20 Impfungen. Werde ich hingegen ­angesteckt, bin ich bis zur nächsten Mutation immun, ich kann dann niemanden anstecken und nicht mehr angesteckt werden. Die Chance, durch das Virus zu sterben ist sehr gering. Und sollte ich doch sterben, weiss ich zumindest, dass ich ohne Angst gelebt habe. Dafür bekommt man kein Zertifikat, was mich auch nicht stört. Was mich aber stört, dass mir meine freie Entscheidung genommen wurde, ins «Rössle» zu gehen, und ins «Rössle» ist jeder freiwillig gegangen, niemand wurde gezwungen, die Grossmutter meiner Frau, die im Januar 103 Jahre alt wird, ungeimpft ist, und immer noch zu Hause lebt, ist auch schon ins «Rössle» gegangen, wo noch gesungen und getanzt wurde, und von dem schwärmt sie heute noch. Wenn in unserem friedlichen Land 50 Beamte das «Rössle» stürmen, wo eine Handvoll Menschen friedlich ihren Kaffee trinken, ist das nicht nur traurig, sondern beschämend. Wer so etwas veranlasst, hat meine grösste Verachtung und Mitleid.


Ernst Egger, Schlattstrasse 13, Ruggell

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