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Leserbrief

Und laufts? Nei, es fahrt!

Moritz Rheinberger, Fürst-Franz-Josefstrasse 102, Vaduz | 24. September 2021

Anfang August 2021 hat eine Gruppe Wissenschaftler den für März 2022 zur Veröffentlichung geplanten IPPC-Klimabericht vorab veröffentlicht. Dies weil sie befürchten, er werde wie schon zuvor von den politischen Entscheidungsträgern verwässert. Dieser Bericht enthält wenig überraschend sehr schlechte Aussichten. Der Ausstoss von Treibhausgasen muss spätestens in 4 Jahren rückläufig sein und tiefgreifende Verhaltensänderungen müssen erfolgen, um den globalen Klimabreakdown noch abzuwenden. Es ist also nicht mehr 5 vor 12, sondern bereits ¼ nach 12. Und was machen wir? Logo, wir bauen erstmal einen Industriezubringer Vaduz-Triesen auf der einen Seite und wollen auf der anderen Seite die Kapazitäten für den Rheindammabschnitt zwischen Stadion und Lochgasse erweitern. Die Strategie bezüglich Klimawandel und Lebensqualität ist also, alle Erkenntnisse der Wissenschaft zu ignorieren. Besonders ältere Herren scheinen dabei, wenn man sich die Lesebriefspalten so anschaut, das katholische Motto «Nach mir die Sintflut» zu beherzigen. Dabei sind Sie sich für fast nichts zu schade und salbadern von enkeltauglichen und erprobten Lösungen. Die wissenschaftlich belegte Tatsache, dass eine Kapazitätserweiterung von Strassen zu mehr Verkehr führt, wird ausgeblendet und lieber so getan, als ob die Welt 1970 in der Entwicklung stehen geblieben wäre. Es ist davon auszugehen, dass besagte Herren auch kein Smartphone besitzen, sondern das neuste und heisseste Teil in Sachen Kommunikation, ein tragbares Faxgerät. Ich kann ja nachvollziehen, dass der Klimawandel unserem Altbürgermeister aber sowas von am Allerwertesten vorbeigeht, er wird ja schliesslich die schwerwiegenden Auswirkungen nur noch am Rande miterleben. Wieso aber Eltern von schulpflichtigen Kindern, junge Erwachsene und Grosseltern, denen nicht egal ist, welche Lebensqualität ihre Enkelkinder einmal haben werden, sich für mehr Strassenkapazitäten aussprechen, wird mir für immer ein Rätsel bleiben.

Moritz Rheinberger, Fürst-Franz-Josefstrasse 102, Vaduz

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