Leserbrief

Casino versus Staat

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 22. September 2021

Die Medien informierten, dass seit der Zertifikatspflicht die Teststellen in unserer Region in den meisten Fällen über längere Zeit ausgebucht sind.
Kreativität ist gefragt – scheint aber nur für die Privatwirtschaft zu gelten. Auf den Websites von einigen Liechtensteiner Casinos und einem auf der anderen Seite des Rheins ist zu erfahren, dass für die Casino-Gäste Teststationen vor Ort eingerichtet wurden. Die Casino-Besucher können sich ohne Anmeldung testen lassen und erhalten innert weniger Minuten ein 48 Stunden gültiges Covid-Zertifikat. Dieser kundenfreundliche Service wird teilweise sogar bis nach Mitternacht angeboten. Beim Schweizer Casino wird auch informiert, dass der Test bis auf weiteres kostenlos ist und man lediglich einen gültigen Ausweis und die Krankenkassenkarte benötigt.
Offenbar agieren Casinos kundenfreundlicher, als es der Staat mit seinem Volk tut. Egal wie die Regierenden handeln, das Volk hat die Steuern zu bezahlen. In der Privatwirtschaft hätte der aktuelle Schlingerkurs der Regierung höchstwahrscheinlich eine rasche Pleite zur Folge.
Unser Gesundheitsminister sagte, dass alle «3G-Massnahmen» im Gleichschritt mit der Schweiz getroffen werden. So wird nun der Schweizer Entscheid in Bezug auf die Gratistests abgewartet. Dieses Abwarten generiert die Frage, ob Liechtenstein schon noch selbst über die eigenen Finanzen verfügen darf? Denn mit dem Epidemiegesetz hat die Kostenübernahme der Tests wohl nichts zu tun. Selektiv im Windschatten der grossen Schwester «Schweiz» zu fahren, ist praktisch und kräftesparend.

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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