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Leserbrief

Tag der Demokratie, Ehe für alle

Herbert Elkuch, Landtagsabgeordneter | 20. September 2021

Die «Liewo» vom 19. September 2021 berichtete auf Seite 9, dass ein Abgeordneter findet, Liechtenstein sei liberaler, als man denkt: «Dem entgegen steht Herbert Elkuch (...)» – ohne zu erwähnen, was ich gesagt habe. Meine Aussage diesbezüglich war: Liechtenstein ist tolerant. ­Liberal bedeutet wenig Einschränkungen, freiheitlich. Tolerant heisst, den anderen so akzeptieren, wie er ist. Beide Aussagen ver­mitteln: leben und leben lassen. So ­gegensätzlich sind die Aussagen ­also nicht.
Im Weiteren heisst es: «Er (Herbert Elkuch) findet, dass die Ehe nur heterosexuellen Paaren zustehe (...)». Das ist nicht meine Empfindung, sondern das ist im Ehe-Gesetz so festgeschrieben. Die Diskussion rund um LGBTQ+ beinhaltete auch die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare im Partnerschaftsgesetz Art. 25. Demnach kann eine Einzelperson ein Kind adoptieren. Wenn dieselbe Person sich in eine Partnerschaft eintragen lässt, dann nicht mehr. Das ist schon sehr eigentümlich und ist der Auslöser für eine bevorstehende Überarbeitung, da dieser Artikel 25 im Partnerschaftsgesetz den Gleichheitsgrundsatz in der Verfassung (Art. 31) verletzt. Gegenüber anderen Meinungen vertrete ich aus derzeitiger Sicht die Ansicht, für die Behebung der Diskriminierung muss nicht zwingend das ganze Partnerschaftsgesetz aufgehoben werden. Man kann das Partnerschaftsgesetz ändern, sodass keine Diskriminierung mehr stattfindet. Die beiden Rechtsinstitute Ehe und Partnerschaft könnten nebeneinander bestehen bleiben, so wie dies in vielen Staaten auch der Fall ist. ­Damit würde dem traditionellen ­Verständnis in der Bevölkerung Rechnung getragen. Von Natur aus ­besteht nämlich tatsächlich ein ­wesentlicher Unterschied zwischen Paaren aus Frau und Mann und gleichgeschlechtlichen Paaren, ­Leben kann nur durch Frau und Mann entstehen. Egal was gemacht wird, im Vordergrund muss das Wohl des Kindes stehen.

Herbert Elkuch,
Landtagsabgeordneter

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