Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Die Freiheit des Menschen im Fokus

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 16. September 2021

Endet die Freiheit des Einzelnen dort, wo die Freiheit des anderen anfängt? Liberale interpretieren unter dem Gesichtspunkt des gesellschaftlichen und politischen Lebens Freiheit als die Minimierung von menschlichem Zwang. Es muss jeder Mensch unter Wahrung der Eigenverantwortung, nach eigenem Ermessen Entscheidungen treffen können. Eine an Bedingungen geknüpfte Freiheitsvergabe widerspricht grundrechtlichen Bedingungen. Dieser Logik folgend, dass die Freiheit des Einzelnen dort endet, wo die Freiheit des anderen anfängt, ­bedeutet, dass eine Vergabe von Rechten an Geimpfte ein nicht-­liberales Freiheitsverständnis ist.
Die Begründung der Politik, es gehe derzeit darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, ignoriert die Tatsache, dass in den vergangenen 14 Monaten über 45 Prozent der Intensivbetten abgebaut wurden, mit der Begründung, dass dieselben nie gebraucht wurden.
In einer freien Gesellschaft, die vom Grundsatz der individuellen Freiheit und Selbstverantwortung geleitet ist, wären Infektionen geringer gewesen und es wäre nie zu Sperrungen oder Quarantänen gekommen. Ein konzentriertes Handling wäre durch freiwillige zwischenmenschliche Interaktion geleistet gewesen.
Das bedeutet folglich Lösungen mit grosser Vielfalt. Es würde zu Veranstaltungen kommen, die verschiedene Gruppen berücksichtigen würden. Während es Anbieter geben würde, die nur Geimpften Einlass gewähren würden, gäbe es andere, die nicht nach biologischen Merkmalen selektieren. Eigenverantwortung heisst, dass wer sich vor einem Virus fürchtet, sich selbstverantwortlich vor diesem zu schützen hat, indem er eventuell Grossveranstaltungen meidet oder gar eine Maske trägt.
Wer sich impfen lassen will, soll das tun, der Staat jedoch darf keine Menschen dazu nötigen.
Die Privatsphäre muss in jedem Fall gewährleistet sein.
Privaten muss es hingegen offenstehen, in ihren Betrieben selektiv Vorschriften zu erlassen, weil es sich hier nicht um ein unausweichliches Gewaltmonopol handelt.
Auch gilt es im Bereich der Spitäler, Überlegungen anzustellen, um allfällige Spitalüberlastungen vorzubeugen, dem staatlichen Einfluss und der Bürokratie Einhalt zu gebieten und damit freiheitliche marktorientierte Mechanismen spielen zu lassen. Ein Abbau von Spitalbetten in einer Pandemie zeigt einmal mehr das Unvermögen des Staates, sich an Angebot und Nachfrage zu orientieren.
In jedem Fall ist wichtig, dass gesunder Menschenverstand und gegenseitige Rücksichtnahme ohne Zwang das Kredo sind. Die beste uns schönste Definition für den Liberalismus lautet: «Nicht Gott spielen wollen.» (Roland Baader)

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter