Leserbrief

Normales Leben?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 15. September 2021

Am 13. September 2021 erschien auf der Volksblatt.li der Beitrag «Risch zu Coronademo: Gibt Dinge, die ich akzeptieren kann».
Folgender Textausschnitt aus diesem Artikel stellt mein Verständnis für das Adjektiv «normal» infrage: «Es ist das gelindeste Mittel», so Risch. 3G ermögliche ein möglichst normales Leben in Zeiten der ­Pandemie. Das Ziel der Regierung sei aber natürlich, dass auch die ­3G-­Regel schnellstmöglich wieder aufgehoben werden könne.
Hat das Wort «normal» eine neue Bedeutung erhalten? Entspricht es einem normalen Leben, beweisen zu müssen, dass man gesund ist? Diejenigen Menschen, denen diese offenbar neue Normalität nicht passt, werden kurzerhand diskriminiert. In meinem Leben musste ich noch nie einen Gesundheitsbeweis erbringen, um mich frei am gesellschaftlichen Leben beteiligen zu dürfen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die 3G-Vorgaben weitreichende Folgen generieren. Ein Beispiel dafür ist das Vereinsleben. So müssen ehrenamtlich Tätige eines Indoorsportvereins einen 3G-Nachweis erbringen, um beispielsweise gratis und franko die Freizeit als Gruppenleiter zu verbringen. Zur Krönung dürfen diese Personen bald auch noch die Testkosten selbst bezahlen! Wohlbemerkt haben Vereine ohnehin Mühe, Ehrenamtliche zu finden.
Als freiheitsliebender Mensch stimmt mich ein derartiger Paradigmenwechsel sehr nachdenklich. Irgendwie hat das aktuelle Geschehen eine Ähnlichkeit mit einem unendlichen Albtraum, bei dem die Verhältnismässigkeit und Vernunft abhandengekommen sind.
Auszug aus dem Art. 1 der Liechtensteiner Verfassung: «Das Fürstentum Liechtenstein soll den innerhalb seiner Grenzen lebenden Menschen dazu dienen, in Freiheit und Frieden miteinander leben zu können.»


Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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