Leserbrief

Alter und neuer Ritus der hl. Messe – Unselige Auseinandersetzung

Oswald Kranz, Schulstrasse 56, Nendeln | 4. August 2021

Mit dem päpstlichen Erlass, nach dem in Zukunft die hl. Messe im alten Ritus nur noch unter einschränkenden Bedingungen gefeiert werden soll, fügen intrigante päpstliche Berater der katholischen Kirche Schaden zu. Das teilweise Verbot verletzt die religiösen Gefühle von Gläubigen weltweit, auch in Liechtenstein.
Es geht nicht an, dass der althergebrachte und der neue Ritus der hl. Messe gegeneinander ausgespielt werden. Nur wenn die beiden Messriten gleichwertig bestehen bleiben, spalten sie nicht, sondern bereichern Kirche und Glaubensleben. Was soll daran stossend sein, wenn Gläubige, vor allem junge Menschen, in der hl. Messe nach altem Ritus die Würde der Feier, die Sakralität und die Ehrfurcht vor dem Heiligen spürbarer erleben. Anerkennen wir den alten und den neuen Messritus gleichermassen und machen wir keine Ideologie daraus. In der katholischen Kirche in Liechtenstein hat sich nach der Einsetzung des Erzbistums eine Vertiefung und Stärkung des Glaubens­lebens eingestellt. Auch wenn nicht Teilnehmende wider besseres ­Wissen etwas anderes behaupten. Auch hier gilt: Wer nicht im Bilde ist, hat nicht das Recht, aus dem Rahmen zu fallen.
Die katholische Kirche braucht auch in Liechtenstein keine irreführende Theologie und kein theoretisierendes liturgisches Expertentum, das in selbstgefälliger Anmassung darüber richtet, was gut und was nicht gut ist. Die Weltkirche braucht weiterhin gute, überzeugende Hirten. Sie braucht gute Bischöfe und sie braucht gute Priester. Der im Erzbistum Vaduz wirkende Klerus kann dabei als Vorbild dienen.
Geben wir der Vielfalt auch im Glaubensleben entsprechenden Raum. Fordern wir nicht immer nur Toleranz, sondern zeigen wir uns selbst tolerant. Auch gegenüber denjenigen Gläubigen, für welche Traditionen bedeutend sind. Lassen wir im Glaubensleben unterschiedliche Empfindungen zu.

Oswald Kranz, Schulstrasse 56, Nendeln

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