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Leserbrief

Zertifikat: Regierung will nach Sommerpause «Nägel mit Köpfen machen»

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 29. Juli 2021

«Die Würde des Menschen ist unantastbar. Darunter ist zu verstehen, dass der Einzelne nicht zum Objekt für eine Zweckverfolgung eines anderen gemacht werden darf. Wer einen einzelnen Menschen im Hinblick auf seine Grundrechtsträgerschaft oder die Befugnis, seine Grundrechte wahrnehmen zu dürfen, darauf reduziert, ob er ein Vi­rusträger ist oder nicht, der macht den anderen zu einem zu einem solchen Gegenstand», so Carlos A. Gebauer.
Es mag wie eine ausgezeichnete Leistung medizinischer Forschung aussehen, innerhalb weniger Monate einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt zu haben. Dies im Besonderen für Risikogruppen, für die eine Covid-Infektion ein lebensbedrohendes Risiko darstellt. Eine Impfung darf aber niemals eine Bedingung sein, um weiterhin am sozialen und öffentlichen Leben teilzunehmen. Eine Impfung stellt einen körperlichen Eingriff dar und jede Nötigung oder Zwang verletzt den «Nürnberger Kodex», der besagt, dass bei medizinischen Versuchen an Menschen «die freiwillige Zustimmung» der Person unbedingt erforderlich ist. «Das heisst, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben, dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List oder Druck, Vortäuschung oder irgendeiner anderen Form der Überredung oder des Zwanges von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen, dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können.»
Menschenwürde und Grundrechte garantieren, dass jeder selbst über eine Impfung entscheiden darf mit seiner jeweiligen Abwägung der Nutzen und Risiken. Selbst sogenannte Risikogruppen haben das Recht, abzuwägen und gegebenenfalls zu verzichten, weil sie die verbleibende Lebenszeit nicht einem Risiko von etwaigen Nebenwirkungen eines neuartigen Impfstoffes aussetzen möchten.
Statistisch gesehen liegt das Risiko für unter 70-Jährige, infolge einer Infektion mit dem Coronavirus schwere gesundheitliche Schäden zu erleiden, im Bereich alltäglicher Risiken.
Interessant die Tatsache, dass das US Center for Disease and Prevention CDC am 27. Juli 2021 offiziell bestätigt hat, dass die Virenlast bei geimpften Personen ähnlich hoch ist wie bei ungeimpften und auch geimpfte Personen das Virus weitertragen können.
Aber jedem, der es wünscht, soll eine Impfung angeboten werden. Wir müssen sehen, dass wir am Scheideweg stehen zwischen einer offenen und einer geschlossenen Gesellschaft. Nur eine offene garantiert jedem Menschen seine Würde.

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg

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