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Leserbrief

Neid und Missgunst der Sozialisten

Tarik Hoch, Bergstrasse 16, Triesen | 22. Juli 2021

Antwort zum Forumsbeitrag «Junge Liste befürwortet Juso-Vorhaben» («Volksblatt» vom 21. Juli): Die JL stellt sich hinter die 99-Prozent-Initiative der Juso und masst sich an zu wissen, wie viel Mittel ein Mensch zum Leben benötigt. Die Initiative will dabei dem Anstieg der Ungleichheit in der Schweiz und möglichst auch in Liechtenstein einen Riegel schieben und die Kapitaleinkommen der reichsten 1 Prozent höher besteuern. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen sollen tiefere Einkommen, durch Steuersenkungen oder Investitionen in die soziale Wohlfahrt, entlastet werden. Ein Vermögen von über 100 Millionen Franken könne von einer Person nicht in einem Leben ausgegeben, geschweige denn ehrlich, ethisch und sozial verträglich erwirtschaftet werden, so die JL. Doch das weitverbreitete Argument, dass damit bloss überschüssige Mittel abgeschöpft werden, die die hohen Einkommen ohnehin nicht benötigen würden, masst sich ein Urteil über Dinge an, die weder die Juso noch die JL wissen kann. Was den Sozialismus so populär macht, ist nicht der illusorische Glaube, dass er jedem riesigen Reichtum verschaffen wird, sondern die nicht weniger illusorische Erwartung, dass niemand mehr als andere bekommen wird. Sozialisten stützen ihre Hoffnungen nicht auf die Kraft ihrer Argumente, sondern auf das Ressentiment, den Neid und den Hass der Massen. Da Neid und Missgunst einer der tiefsten menschlichen Gefühle sind, haben sie eine sehr grosse Wirkung auf die Gesellschaft, denn die Forderung nach einer Vermögenssteuer wird oft nicht aus Sorge um die Armen, sondern aus Missgunst gegen über materiell Bessergestellten gefordert. Aber immer noch wollen uns Sozialisten weismachen, dass Armut durch Umverteilung zu bekämpfen sei. Thomas Sowell umschrieb dieses Phänomen wie folgt: «Für diejenigen, die glauben, dass ihre Werte die einzig wahren sind, stellen die weniger regulierten Ordnungen notwendigerweise ein Spektakel des Chaos dar, einfach weil solche Ordnungen sich an die Verschiedenartig der Werte anpassen. Je erfolgreicher solche Ordnungen auf die Verschiedenartigkeit eingehen, desto mehr Chaos wird es definitionsgemäss nach den Massstäben eines bestimmten Wertesystems geben – abgesehen von so abstrakten Werten wie Verschiedenartigkeit oder Freiheit als Wert selbst. Oder anders ausgedrückt: Je mehr selbstgerechte Beobachter es gibt, desto mehr Chaos werden diese wahrnehmen.» Die Grundlage für den historischen Anstieg des allgemeinen Lebensstandards ist nicht der Sozialstaat, sondern ein Überbleibsel des freien Markts. Ohne die Produktivität der miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen, die immer bessere und erschwinglichere Produkte zum Nutzen der Konsumenten entwickeln, gäbe es nichts umzuverteilen.


Tarik Hoch, Bergstrasse 16, Triesen

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