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Leserbrief

Der nackte Fisch

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 1. Juli 2021

Sie ist längst vorbei, die Zeit der grossen Geister. Goethe, Humboldt, Kant, Newton, Archimedes, Einstein, Pasteur usw. Nach ihnen kam niemand mehr. Anstatt hinzunehmen, dass wir den Zenit unserer geistigen Entwicklung überschritten haben, werden wunderliche Schmierenstücke erfunden, um uns nicht ganz so elend aussehen zu lassen. War Platons Überzeugung «So schön auch die Erkenntnis und Wahrheit sind, weit schöner noch ist das Gute!» noch Balsam für Geist und Seele, ist das Stöbern in den Werken moderner Philosophen der reinste Horror. Verschlungen-verschachtelte, mit Fremdwörtern malträtierte Sätze, die der Verfasser längst selbst nicht mehr versteht, sollen davon ablenken, dass das Geistespulver längst verschossen und die Flinte unnütz geworden ist. Rang man früher noch nach Verstehen und Begreifen, ringt man heute nach Ablass für unseren Unverstand und sucht Trost in peinlicher Götzenanbetung.
Hätten wir noch den Verstand von zum Beispiel René Descartes, der sagte «cogito ergo sum» («Ich denke, also bin ich.») würden wir nicht dem C02-Wahn erliegen, sondern fragen warum denn ausgerechnet C02 so schädlich sein soll. Denn ohne gibt es kein Pflanzenwachstum und immerhin ist die Welt dank dessen Anstieg sehr viel grüner und fruchtbarer geworden. Selbst die mörderische Sahelzone ist verschwunden. Und wir würden uns nicht von einem selbstgefälligen Virologen verrückt machen lassen, sondern erkennen, dass es uns ohne Viren gar nicht gäbe und sie für unsere Entwicklung unerlässlich sind und waren.
Wenn wir wie Descartes denken könnten, dann würden wir nicht einem jungen durchfrisierten Burschen alljährlich viele Millionen dafür zahlen, dass er beim Spielantritt als Erstes verächtlich auf den Rasen spuckt, auf welchem er abkassiert. Und dass er die Nationalhymne nicht singt, weil zu renitent den Text zu lernen und sich auch schnell wegdreht, damit der Freistossball seinem überbezahlten Mimosenkörper kein Schmerzlein zufügt, ist nicht nur für ihn peinlich.


Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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