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Leserbrief

Medien, Corona, Politik

Georg Kieber, Binzastrasse 8, Mauren | 30. Juni 2021

Die «lie:zeit» fragte die Verantwortlichen von Radio L (Staatsbeitrag 2,3 Millionen Franken), ob wir diesen Sender brauchen. Die Begründung zur Bejahung dieser Frage war ehrlich. Durch die Weitergabe von Fragen in sozialen Medien an Regierungsräte/-innen und deren Antworten darauf würden Massnahmen besser mitgetragen. Neben Radio L vermitteln auch unsere Abo-Zeitungen dieses Verständnis von Medien als PR-Agenturen der Regierung. Prinz Michael stellte in seinem Gastkommentar im «Volksblatt» (Ausgabe vom 29. Mai) fest, die «Auslagerung von Entscheidungen an Virologen und die komplette Eindämmung der öffentlichen Debatte über die Sinnhaftigkeit der ergriffenen Massnahmen komme einer unheilvollen Machtübernahme gleich.» Es müsste Anspruch der Politik sein, den engen Blick der Virologen auf die vielen Zusammenhänge zu erweitern und entsprechend die wirtschaftlichen, psychologischen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren mit einzubeziehen. Und es läge an den Medien, diese Verkettung unabhängig zu recherchieren, statt sich mit beharrlicher Konsequenz der Informationsvielfalt zu verweigern und sich auf die Weitergabe der amtlichen Verlautbarungen zu beschränken. In meiner FBP machte man Nägel mit Köpfen, um jeden Neuanfang im Denken und Handeln zu verhindern. Das Aussenministerium wurde aufgegeben, um die frühere vernetzte, kompetente Amtsinhaberin los zu werden; am Parteitag, der Präsident nahm den Hut, unter dem Traktandum Nominationen in die Regierung wurden vorsorglich keine Vorschläge von Ortsgruppen zugelassen; der Generalsekretär des zurückgetretenen Gesundheitsministers war gesetzt für seine Beförderung in die Regierung und, um jedes Risiko für eine Kursänderung auszuschliessen, wurde er gleichzeitig durch einen Beratungsvertrag mit dem Ex-Minister eingebunden. So geht Politik und so wird unsere Gesundheitspolitik weiterhin aus den Komponenten Propaganda, Werbung, Belohnung und Bestrafung bestehen. Wir befinden uns wohl in einem breit angelegten psychologischen Experiment, um herauszufinden, was wir, durch Angst weichgeklopft, willenlos bereit sind zu befolgen und zu tun (siehe auch Milgram-Experiment). Nur, der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.

Georg Kieber, Binzastrasse 8, Mauren

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