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Leserbrief

Holz nutzen – Aber bitte nachhaltig

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz | 26. Juni 2021

Die Österreichischen Bundesforste, eine AG im Eigentum der Republik Österreich, bewirtschaften vom Arlberg bis zu den Donau-Auen 15 Prozent des österreichischen Waldes – davon ein Drittel Schutzwald; jährlich liefern sie Millionenbeträge aus Wald und Jagd in die Staatskasse ab – dies nachhaltig nach dem Geschäftsmodell «der Natur nur so viel zu entnehmen, wie wieder nachwachsen kann und dabei den wirtschaftlichen Erfolg gleichwertig mit gesellschaftlichem Wohlergehen und dem Schutz von Natur und Umwelt zu sehen». Gestützt auf eine verbindliche Betriebs- und waldbauliche Planung belegt ihr Nachhaltigkeitsbericht – bei einem langfristig festgelegten Hiebsatz von 3,14 m³/ha – für das Jahr 2020 eine tatsächliche Holznutzung von im Mittel 3,31 m³/ha: 57 Prozent Sägerundholz, 29 Prozent Industrieholz und 13 Prozent Energieholz; nur 10 Prozent davon kamen aus dem Schutzwald.
Unsere öffentlichen Waldbesitzer «bewirtschaften» von den Rheinauen bis zum Zigerberg etwa 92 Prozent der Waldfläche – davon Schutzwald in etwa vergleichbarer Höhe (Schutzwaldkategorie I: 10 Prozent; II: 17 Prozent); jährlich machen sie Millionenverluste – dies nach einem «Geschäftsmodell, das den Nachhaltigkeitsgrundsätzen des Waldgesetzes widerspricht. Ohne verbindliche Betriebs- und waldbauliche Planung betrug die Nutzung im Durchschnitt der letzten 10 Jahre 4,4 m³/ha bezogen auf die Gesamtwaldfläche (ohne Gebüschwald) oder 8,05 m³/ha bezogen auf die für eine Holznutzung geeignete Fläche: 26 Prozent Sägerundholz und 74 Prozent Energieholz; im Holzhunger fressen sich die Motorsägen immer tiefer in bisher unberührte Bergwälder hinein – wohl dem Slogan folgend «wie viel Holz brauchen wir – und das werden wir auch liefern».
«Welchen Wald brauchen wir und wie viel davon dürfen wir als Holz nutzen, ohne dabei das Wald-Ökosystem mit all seinen Wirkungen zu schädigen» – so müsste gemäss Waldgesetz der Slogan lauten; doch weit gefehlt – zu viele Verantwortliche sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht. Trost bleibt, denn das Amt anerkennt: «Trotz funktionierender Abläufe besteht auch Optimierungsbedarf.»

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz

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