Leserbrief

Virus, Tod und Tier

Loretta Federspiel, Werthsteig 9 Mauren | 19. Juni 2021

Im «Volksblatt» vom 7. Juni hat ein Beitrag mein Entsetzen ausgelöst. Es geht darin um eine neue «gesicherte» Theorie des Virologen an der Charité in Berlin, Prof. Drosten. Seit mehr als einem Jahrzehnt trudeln fragwürdige Informationen dieses Herrn ins Zeitgeschehen und bieten sich der massnahmenverliebten Politik als Nahrung an.
Im Jahr 2009 wird die Schweinegrippe ausgerufen. Herr Professor D. befürchtet eine «Übersterblichkeit». Schliesslich waren es ganze 253 Menschen, die in Deutschland mit dieser Diagnose starben. Herr D. sagt, man habe sich «verschätzt, damals habe es eine Hintergrundimmunität gegeben». Es wurden für 700 Millionen Euro Impfstoffe vernichtet. Von der Vernichtung der Schweine, die in riesigen Traktorschaufeln lebendig in die Schächte zur Vergasung gerollt wurden, wollte man in den Hauptnachrichten nicht viel sehen. Dabei ist das Schwein dem Menschen näher als man denkt, nicht nur als Schnitzel, sondern auch mit dem Herzen, denn dieses konnte erfolgreich in den Menschen transplantiert werden.
2016 hatten wir die Vogelgrippe. 1,4 Millionen Vögel wurden getötet – gekeult, heisst es im Fachjargon. Es starben trotz panikmachender Prognosen etwa 300 Menschen «ohne Komplikationen», wie Herr D. sagte, aber man erinnert sich wohl an die Hühner, die, eingesperrt, in ihrem Trott am Ort sich in ihrer Not selbst und den andern die Federn ausreissen.
2019 verstarb Kary Mullis, der den PCR-Test entwickelt hatte und dafür den Nobelpreis erhielt. Explizit vermerkte er, dass dieser nicht zur Feststellung eines Virusisolats diene. Er war, wie es heisst, ein origineller Mann, weil er unter anderem fand, dass Menschen und Vögel sich sehr nahe seien, «weil nur diese beiden Spezies pfeifen können».
2020 zauberte Herr D. diesen Test als «Drosten-Test» aus dem Hut.
Auch er ist ein origineller Mann. Seine Aussagen dienen anhaltender Verwirrung:
2012 wurde «es von den Kamelen ins Krankenhaus getragen», sagt er. Oder: «Es ist ein Fledermausvirus». Und äussert dann, völlig abgebrüht («Volksblatt», 7. Juni): «Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen. Die stossen dann Todesschreie aus und brüllen, dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.» Das Fell dieser gemarterten Tiere kommt dann bei uns als Pelzverbrämung made in China auf die Wintermützen und Kapuzen. So wirft das schlingernde «Virus» ein Schlaglicht auf die Tiermisshandlung.

Loretta Federspiel, Werthsteig 9 Mauren

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