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Leserbrief

Von der grauen zur weissen Weste

Eine Stellungnahme der Fraktion der Freien Liste | 19. Juni 2021

Im Juni-Landtag wurde das Postulat der Freien Liste zur Sicherung der Wasserqualität nach bestärkenden Voten von rot und schwarz mit 24 Stimmen überwiesen. Dass die Sicherung der Qualität unseres Wassers für uns und künftigere Generationen parteiübergreifend ein grosses Anliegen ist, freut die Fraktion der Freien Liste. Lediglich ein Abgeordneter der DpL verdächtigt die Freie Liste, mit dem Postulat die Rheinaufweitung vorantreiben zu wollen. Fragwürdig, wie die Qualitätssicherung unseres Wassers mit der Ausgestaltung dessen Fliessweges in Verbindung gebracht wird.
Zum 50-Jahr-Jubiläum des Abwasserzweckverbandes wird dem Land Liechtenstein für sein Abwasser in einer Publireportage des AZV im «Liechtensteiner Volksblatt» die «weisse Weste» verliehen. Bei genauerem Lesen des Artikels vom 12. Juni jedoch entpuppt sich die «weisse Weste» dann doch eher als eine «graue». Gewässerbelastende Mikroverunreinigungen aus Medikamenten und Chemikalien werden bei der Abwasserreinigung nur teilweise entfernt. Dennoch gab es im Laufe der Zeit wichtige und erfreuliche Meilensteine. Diese basierten damals auf neuem Wissen, neuen technischen Möglichkeiten oder aufgrund sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Auch in Zukunft müssen neueste Erkenntnisse, neue technische Möglichkeiten beherzigt und gesetzliche Bestimmungen überprüft werden. Der steigende Medikamentenkonsum, Einsatz vielfältiger Pestizide und Chemikalien stellt andere Anforderungen an den Gewässerschutz als dies früher der Fall war.
Es gilt den Entwicklungen hinsichtlich Gewässerbelastung Rechnung zu tragen und die Gewährleistung der Sicherung einer einwandfreien Wasserqualität für Mensch und Natur fortlaufend einer Prüfung zu unterziehen und wo nötig, Massnahmen zu ergreifen. Darunter auch vorhandenes Potenzial auszuschöpfen: Löblich, dass die Rückgewinnung von Phosphor – ein benötigter, aber rar werdender Nährstoff für die Landwirtschaft – aus dem ­kommunalen Abwasser und Klärschlamm bis Januar 2026 verpflichtend sein wird.
Heute ist die Mehrfachbelastung der Gewässer bekannt – ebenso wie der Handlungsbedarf und Lösungsansätze. Eine frühzeitige Prüfung der Gewässer dient der Früherkennung von Tendenzen und Gefahren, was dazu beiträgt, Kosten zu sparen. Kosten, die wir ohne zu handeln früher oder später für eine teure Gewässersanierung, sofern eine solche möglich ist, zu tragen haben. Wo dies nicht möglich ist, geht es auf das Konto unserer Gesundheit und jenes der Biodiversität.
Liechtenstein beteiligt sich mit jährlich 5 Millionen Franken an der ­Finanzmarktaufsicht, welche rund 100 Mitarbeitende beschäftigt, die sich um die Sicherheit des Finanzplatzes kümmern. Weshalb leisten wir uns nicht die benötigten Ressourcen für die Sicherung eines unserer höchsten, überlebenswichtiger Güter? Sauberes Wasser!

Eine Stellungnahme der
Fraktion der Freien Liste

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