Leserbrief

Tempo 30

Dr. Norbert Obermayr Auf Berg 44, Mauren | 17. Juni 2021

Ich bin grundsätzlich und absolut für lebenswerte und sichere Wohngebiete. Ist Tempo 30 dazu ein geeignetes Mittel? Ein Selbstversuch.
Ich bin «nur» Fahrer eines kleineren Mittelklassewagens. Da merkt man die Geschwindigkeit viel viel eher als in einem grösseren Auto, wie sie hier im Land so oft gefahren werden. Mein Selbstversuch lautete: Beobachte dich selbst bezüglich Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit in Tempo-30-Zonen. Das Ergebnis war wenig überraschend und sollte vor allem (aber nicht nur) Lenker mit gehobenen Autos zu denken geben: War ich auf den Verkehr konzentriert, dann war die Geschwindigkeit (bei elektronischer Erinnerung) oft sogar über Tempo 40. War ich auf die Einhaltung von Tempo 30 konzentriert, war die Wahrnehmung der Umgebung so eingeschränkt, dass ich sogar zwei Mal eine Intensivbremsung hinlegen musste. So viel zur Sicherheit!
Liebe Landsleute. Tempo 30 wäre dann gut, wenn die Einhaltung dieses Tempos durch Assistenzsysteme unterstützt wird. Das ist aber nur in wenigen Fällen der Fall. Tempo 30 kann ohne AS (fast) nicht eingehalten werden. Mit der heutigen KFZ-Ausstattung führt Tempo 30 nur zu einer Scheinsicherheit, zu Geschwindigkeitsübertretungen und zu höheren Bussgelder, so dies auch kontrolliert werden wird. Machen auch Sie vor der Abstimmung einen Selbsttest, und entscheiden Sie dann anhand Ihrer eigenen Erkenntnisse.

Dr. Norbert Obermayr Auf Berg 44, Mauren

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