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Leserbrief

Deshalb Ja dazu auf Schaans Quartierstrassen

IG für sichere und lebenswerte Wohnquartiere | 16. Juni 2021

1. Handlungsbedarf: Unfallstatistiken von Orten, an denen Tempo 30 eingeführt wurde belegen, dass die Anzahl der Unfälle sowie deren Folgen drastisch reduziert werden. Auch in Schaan gab es schwere Unfälle auf den Quartierstrassen. Das Risiko wird dazu in Zukunft noch steigen, weil gleichzeitig der Verkehr sowie die Wohndichte in den Wohnquartieren zunehmen.
2. Kosten: Eine Ablehnung von Tempo 30 führt zu bereits beschlossenen Massnahmen, die in Summe teurer sein werden. Wer die Kosten in einem wohlhabenden Land wie Liechtenstein als Argument anführt, sollte ich fragen, wie viel unseres Wohlstandes ihm die Sicherheit und der Schutz der Kinder und schwächeren Verkehrsteilnehmer Wert sind.
3. Zebrastreifen: Ein Zebrastreifen dient nicht der Sicherheit, er regelt vor allem den Vortritt. Es ist auch laut Experten sicherer, keinen zu haben als einen, der die Sicherheitskriterien nicht erfüllt und eine «falsche Sicherheit» vorgaukelt. Davon gibt es in Schaan sehr viele und sie alle werden nicht mehr eingezeichnet, wenn sie beim nächsten Strassenprojekt entfernt werden.
4. Schadstoffe: Es macht keinen Unterschied, Tempo 50 im vierten oder Tempo 30 im dritten Gang zu fahren. In beiden Fällen bewegt man sich bei den empfohlenen 1000 bis 1500 Touren. Selbst der Tempo-30-kritische ADAC bestätigt in einer Studie, dass Tempo 30 in Wohnquartieren sinnvoll ist und zu einer Reduktion der Schadstoffe führt. Die Fahrweise ist gleichmässiger als bei Tempo 50 auf Nebenstrassen, wo öfter gebremst und beschleunigt wird.
5. Zeitverlust: Der Zeitverlust beträgt auf Nebenstrassen ca. 1–3 Sekunden pro 100 Meter. Auf einer langen Quartierstrasse von einem Kilometer verliert man 10 bis 30 Sekunden, was der Sicherheit zuliebe vernachlässigbar sein sollte.
6. Bussen und Senioren: Das Bussenregime ist bei Tempo 30 nicht strenger als bei Tempo 50 und Senioren gelten generell als sehr umsichtige und vorsichtige Autofahrer. Sie können und werden sich problemlos an ein gemässigteres Tempo anpassen und haben nicht, wie von den Kritikern propagiert, mit vermehrten und dauerhaften Führerscheinentzügen zu rechnen.
7. Bevormundung: Eine angepasste Verkehrsregel zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer ist keine Bevormundung. Es werden nicht die Rechte derjenigen beschnitten, welche die viel zitierte Eigenverantwortung an den Tag ­legen, sondern sie weist jene in die Schranken, die dazu nicht in der Lage sind.

IG für sichere und lebenswerte Wohnquartiere

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