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Leserbrief

Alles egal, Hauptsache digital!

Arthur Bras, Matschilsstrasse, Triesen | 14. Juni 2021

«Ohne Nutzung von vernetzten Diensten durch Schüler könne der Lehrplan nicht eingehalten werden», «Wir müssen das grosse Ganze sehen» oder «Wir dürfen den Anschluss an das digitale Zeitalter nicht verpassen»: Formulierungen dieser Art werden ganz im Sinne von bekannten Firmen, von den dafür Verantwortlichen seit Jahren als Persilschein für unter anderem folgende Rechtsbrüche genutzt:
– Ausgabe von Geräten inklusive Programmen an minderjährige Schüler ohne, wie gesetzlich vorgesehen, davor die rechtlichen Anforderungen und Pflichten abzuklären.
– Den Jüngsten werden Geräte ohne Jugendschutzfilter mit nach Hause gegeben, ohne die Eltern zu informieren.
– Das Mindestalter gemäss der einzelnen Dienstleister wird nicht beachtet.
– Die Eltern werden nicht über Nutzung, Umfang und Inhalt einzelner Programme informiert.
– Es wird keine gesetzeskonforme Einverständniserklärung eines Elternteils eingeholt, wie es von diversen Programmdienstleistern explizit auch im Schulbereich verlangt wird.
– Gesetzliche Alternativen werden nicht angeboten.
– Es werden unsichere Passwörter an Minderjährige ausgegeben.
– Die Kinder werden ohne Not mit vollem Namen bei privaten Dienstleistern angemeldet.
– Das Zentrum für Schulmedien ist nicht in der Lage, seiner gesetzlichen Auskunftspflicht inhaltlich sowie termingerecht nachzukommen.
Bei einer Beschwerde wird grundsätzlich alles abgestritten und auf Zeit gespielt. Offensichtlich grobe Missstände werden still und leise behoben. Kindesrechtsgefährdendes Verhalten wird nur unter behördlichem Zwang korrigiert. Zwei behördliche Verfügungen zu Ungunsten dieser Politik sind bereits von der Datenschutzstelle gesprochen worden. Wie viele Verfügungen braucht es noch?
Einzelne Programme wie z. B. «Teams» wurden in Nachbarstaaten zur Nutzung an Schulen bereits verboten. Dies alles kann die Verantwortlichen bei uns offenbar nicht davon abhalten, stoisch an der Umsetzung nach dieser Manier weiter zu basteln. Wer haftet für etwaige Schäden, welche unsere Kinder z. B. bei Mobbing oder Phishing wegen der unfreiwilligen Nutzung der genannten nicht altersgerechten bzw. datenschutzkonformen Programme zu tragen haben könnten?»

Arthur Bras,
Matschilsstrasse, Triesen

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