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Leserbrief

Des einen Leid, des andern Gewinn

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 12. Juni 2021

Man darf gespannt sein, wie Frau Ministerin Monauni die Casinoregulierung über die Bühne der Demokratie bringen will und welche Rolle unsere Volksvertreter dabei einnehmen werden. Einen leichten Vorgeschmack haben wir ja schon bekommen. Eine Regulierung würde bedeuten, dass einige hier ein Casino betreiben dürfen, andere wiederum nicht. Entweder haben wir eine freie Marktwirtschaft oder wir haben keine. Entweder haben wir eine Demokratie, oder wir haben eine Diktatur. Diktatur ist jenes System, das den Menschen vordiktiert, was sie zu tun und was sie zu lassen haben. Und Diktaturen scheitern immer, wie man weiss. Dass sich die Casinos, die bereits hier sind, bereit erklären, an einer Lösung hinzuschaffen, ist irgendwie lustig, denn jenen geht es besser, wenn sie den Kuchen nicht noch mehr teilen müssen. Und dieser Kuchen scheint eine grosse Torte zu sein, wie die Steuereinnahmen beweisen. Oder könnte es sein, dass die Casinos auch die Gewinne ihrer Mutterfirmen hier versteuern? Das ist durchaus möglich, denn die paar Hansel, welche hier im Lande spielen, können kaum so viel Gewinn aus den blinkenden Geldbanditen herausknebeln. Auch ein Schelm, der ahnt, dass im ganzen Roulette auch hohle Hände an der Kugel drehen. Letztendlich bleibt die Frage, was so ein dummes Vorhaben, die Anzahl der Casinos zu beschränken, eigentlich bewirken soll. Spieler kommen dann einfach vermehrt, bleiben länger, oder tragen einfach ihr ganzes Geld in die bestehenden Läden. Das ist wie beim Rauchverbot in den Beizen. Da geht der Raucher hinaus und pafft eben gleich drei Stück hintereinander hinunter. Dass der Casinowuchs auch von unseren Nachbarn argwöhnisch betrachtet wird, ist zu verstehen. Denn nichts ist schwerer zu ertragen, wie zusehen zu müssen, wenn der Freund oder der Nachbar reich wird. Aber da gäbe es andere Möglichkeiten, ihn nicht so zu beschämen. Es zu unterlassen, andauernd in die Welt hinauszuposaunen, wie reich wir doch sind, wäre ein guter Anfang.


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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