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Leserbrief

FC Vaduz lässt Nati abstürzen

Reinhard Walser, Bartlegrosch 38, Vaduz | 12. Juni 2021

Der FC Vaduz ist hauptverantwortlich für den Absturz der liechtensteinischen Nationalmannschaft. Warum? Weil er einerseits jungen einheimischen Talenten den Einstieg in den Profifussball verweigert und andererseits gestandene Nationalspieler ausbootet. Beispiele? Daniel Kaufmann, Martin Rechsteiner, Jens Hofer, Aron Sele, Maxi Göppel, Michele Polverino und eine Zeit lang auch Peter Jehle wurden auf die ­Ersatzbank oder auf die Tribüne verbannt und Nicolas Hasler und Dennis Salanovic, die zum FCV kommen wollten, wurde die Türe zugeschlagen. Alles in allem hat der FC Vaduz in den letzten Jahren eine ganze Mannschaft von National­spielern aussortiert.

Vor ziemlich genau zehn Jahren spielte Liechtenstein gegen die A-Nationalmannschaft der Schweiz. Im Kader standen mit drei Ausnahmen alles Profis des FC Vaduz. Nach einem Eigentor von Stocklasa lag Liechtenstein zur Halbzeit 0:2 zurück. In der zweiten Halbzeit drehte Liechtenstein gross auf und spielte die Schweizer mehrheitlich an die Wand. Man verlor zu guter Letzt unglücklich mit 1:2. Die beiden Mannschaften waren gleichauf und spielten auf Augenhöhe.
Am 3. Juni 2021, also 10 Jahre später, spielte Liechtenstein gegen eine verstärkte B-Auswahl der Schweiz. Im Kader stand ein einziger Vaduzer. Man verlor sang und klanglos mit 7:0. Der Unterschied der beiden Mannschaften war eklatant. Liechtenstein war technisch und taktisch mehrere Klassen schwächer.

Dieser Vergleich zeigt in aller Deutlichkeit den Absturz der Nationalmannschaft. Auch im Fifa-Ranking stürzte man auf 186 ab, früher ­waren wir mal auf 115.
Bedenklich auch: Im 23-Mann-Kader der Nationalmannschaft stand kein einziger ehemaliger Junior des FC Vaduz. Im Kader der U21 siehts gleich düster aus. Fazit: Der FC Vaduz schwächt einerseits die Nationalmannschaft massiv und ist anderseits nicht in der Lage, junge ­Talente zu Nationalspielern zu ­machen. Es fehlt die technische und taktische Grundausbildung und der Spirit für sportlichen Ehrgeiz. ­Traurig, wie der reichste Club des Landes in der Nachwuchsförderung so eklatant versagt.
Ich wage die Behauptung, dass der Absturz der Nationalmannschaft weitergehen wird. Sollte der FC Vaduz am unsäglichen Anti-Liechtenstein-Kurs festhalten, ist eine qualitative Umkehr nicht absehbar. Der Fussball hat sich gewaltig verändert, er ist viel schneller und viel physischer geworden. Mit Amateuren kann man im internationalen Fussball nicht mehr mithalten.


Reinhard Walser,
Bartlegrosch 38, Vaduz

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