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Leserbrief

Post Triesen – Ein politisches Manöver

Die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen am bisherigen Standort | 12. Juni 2021

Mit seinem Verzicht auf die Überprüfung der Beteiligungsstrategie der Post AG hat der Landtag der Post Narrenfreiheit gewährt. Ganz im Sinne von Regierung und Postführung.
Umso erstaunlicher ist das Nichteingreifen des Landtags nach den Verlautbarungen der Postführung der letzten Tage – ausgerechnet im Vorfeld der Juni-Landtagssitzung. Zuerst hiess es, man könne sich vorstellen, im neuen Triesner EKZ Sonne eine vollwertige Postfiliale zu betreiben, zwei Tage später wurde der Anschein erweckt, es werde tatsächlich so geschehen. Es wurde sogar das Bild gezeichnet, dass sich Postchef Seger gegen den Regierungschef stelle, zumal eine vollwertige Filiale für den vormaligen Ressortinhaber Risch – wie dieser noch in der Januar-Sitzung von sich gab – keine Option sei.
Eine Überprüfung der Beteiligungsstrategie lehnten beide jedoch stets einhellig ab. Dies wurde nun durch den Landtag abgesegnet. Wie es nun mit der Triesner Post weitergeht, hängt somit voll und ganz von der Postführung ab, die sich auch wieder umentscheiden kann. Ziel erreicht.
Was wir glauben: Das war ein Manöver von der VU, von der Regierung und von der Postführung zur Beschwichtigung der Landtagsabgeordneten. Die VU hatte im Januar den Antrag zur Prüfung der 4000-Einwohner-Grenze für vollwertige Poststellen gestellt, um vor den Wahlen den Anschein zu erwecken, man nehme die Anliegen der Postkunden ernst. Und jetzt kein Wort mehr davon. Und was die FBP betrifft: Entweder sie liess sich täuschen oder aber sie ist mit von der Partie, denn auch von dieser Seite kam in der gestrigen Sitzung nicht mal mehr eine Frage auf.
Es hat jedenfalls geklappt, weder unsere Argumente noch die Vorkommnisse der letzten Tage fanden Erwähnung in den Voten. Mit Ausnahme der beiden DpL-Abgeordneten haben sich alle Landtagsmitglieder gegen eine Beauftragung der Regierung zur Abänderung der Beteiligungsstrategie der Post gestellt.
Eigentlich hat dieses Vorgehen vor allem eines bewiesen, nämlich dass sich der Landtag zugunsten von «operativer Freiheit» (man könnte auch sagen Neoliberalismus) quasi selbst entmündigt, da die Postführung ihre Meinung völlig autonom ja nun auch wieder ändern kann. Was dann übrig bleibt, wird sich zeigen.
Jedenfalls wurde unsere Petition, deren Hauptanliegen nach wie vor die Sicherheit unserer Schulkinder ist, nun von höchster Stelle ausgehebelt.
Selbst wenn im EKZ eine vollwertige Filiale betrieben werden sollte, ändert das nichts an der Verkehrsproblematik, wonach es auf den Triesner Schulwegen zu erheblichem Mehrverkehr kommen wird, was einer Gefährdung unserer Schulkinder gleichkommt.
Dieses Argument haben nun also sowohl der Triesner Gemeinderat als auch das Bauamt, die Regierung und der Landtag einfach übergangen. Man versteckt sich hinter der 2019 erteilten Bewilligung für das Nutzungskonzept EKZ Sonne, obwohl erst ein Jahr später bekannt wurde, dass in einem dortigen Gewerbeteil die Post hineinkommen soll und kein normaler Gewerbebetrieb. Für die Verantwortlichen spielt es also keine Rolle, ob dort pro Tag 30 oder 500 Kunden an- und abfahren.

Die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen am bisherigen Standort

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