Volksblatt Werbung
Leserbrief

Corona – Von der Reisefreiheit

Norman Wille, Auring 9, Vaduz | 9. Juni 2021

«In dem kleinen luxemburgischen Winzerdorf Schengen unterzeichneten vor mehreren Jahrzehnten sechs Staaten das gleichnamige Abkommen, darunter Deutschland. Im Schengen-Raum sind stationäre Grenzkontrollen abgeschafft. Wer die Grenze überquert, muss als Reisender nicht mehr seinen Pass vorzeigen und wird nicht kontrolliert. Millionen Menschen pendeln täglich über die Schengen-Binnengrenzen zur Arbeit. Jedes Jahr unternehmen die Europäer insgesamt etwa 1,25 Milliarden Reisen über die Schengen-Binnengrenzen. Der freie Personenverkehr ist in den Schengen-Mitgliedstaaten ein EU-Bürgerrecht – eine der grössten Erfolgsgeschichten der europäischen Integration». So weit die Europäische Union auf ihren offiziellen Webseiten. Ich zitiere das nur, weil ich überrascht bin, dass sich die Menschen über die «neu gewonnene Reisefreiheit» zu freuen scheinen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Wie war das noch? «Der freie Personenverkehr ist in den Mitgliedstaaten ein EU-Bürgerrecht.» Ist es nun eines? Oder ist das Bürgerrecht doch ein Gummiparagraf, den man nach Lust und Laune dehnen kann? Nein, das ist es – eben – nicht. Die Reisefreiheit durch Fantasiegebilde wie einen «grünen Pass» einschränken zu wollen, das kann auch nur Politikern einfallen. Keine gute Idee, aber davon gibt’s in der Politik generell zu wenige.

Norman Wille,
Auring 9, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung