Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Ja zur Beibehaltung «Stimmrechtsalter 18»

Markus Schaper, Schellenbergstrasse 52, Ruggell | 9. Juni 2021

Im Liechtensteiner Landtag wird in der Juniarbeitssitzung über die eingebrachte Petition für ein aktives Wahlalter von 16 Jahren diskutiert. Ich spreche mich für die Beibehaltung des aktuellen Stimmrechtsalter 18 aus.
Mit dem Stimmrechtsalter 18 werden unsere Kinder und Jugendlichen geschützt. Es werden ihnen zwei weitere wertvolle Jahre mit vielen Rechten und wenigen Pflichten eingeräumt. So können sie Erfahrungen sammeln, Grenzen ausloten, infrage stellen, lernen und sich bestmöglich auf das «Erwachsenenalter» vorbereiten. Und – sie können sich auch mal nicht einbringen, nicht informieren und dies zwei Jahre länger als beim Stimmrechtsalter 16. Und das alles ist gut so.

Mit dem Stimmrechtsalter 18 können sie aktiv und passiv wählen, und es darf und muss an sie die Forderung gestellt werden, sich entsprechend informiert und kritisch hinterfragt zu haben. Und das ist gut so.

Mit dem Stimmrechtsalter 18 haben die jungen Erwachsenen bei einer immer höher werdenden Lebenserwartung noch viele, viele Jahre, um sich einzubringen, zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen, indem sie sich für demokratische Mandate auf allen Ebenen zur Verfügung stellen. Und das ist gut so.
Die Einführung des aktiven Stimmrechtsalters 16 unter Ausklammerung des passiven Stimmrechtsalters hebelt die Balance zwischen Rechten und Pflichten aus. Es ist eine Mogelpackung und eine Art «Fünfer und Weggli-Versuchung». Und das ist nicht gut so.
Da das Wahlrecht auch eine Pflicht des Sich-Informierens und des Sich-damit-Auseinandersetzens beinhaltet, werden mit der Senkung des Stimmrechtsalters unseren jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zwei Jahre ihrer Jugend genommen. Und das ist nicht gut so.
Das Argument «unsere Zukunft» der Befürworterinnen und Befürworter einer Senkung des Stimmrechtsalters ist einseitig und ungerecht. Es erweckt den Eindruck, dass alles Bisherige der Zukunft schadet. Und ungerecht, weil: Es schmälert die Anerkennung der Leistung und den Respekt vor dem Einsatz der politisch bisher handelnden Frauen und Männer. Und das ist nicht gut so.

Die Zukunft eines jeden Menschen ist gleichwertig. Wir alle haben das gleiche Recht auf Zukunft – egal ob ganz jung, jung oder jung geblieben. Und das ist gut so.

Deshalb – Ja zu Stimmrechtsalter 18!

Markus Schaper,
Schellenbergstrasse 52, Ruggell

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung