Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Interessante Begründungen

Die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen | 4. Juni 2021

Bekanntlich hat sich der Triesner Gemeinderat geweigert, unsere Petition zum Erhalt der Post in ihrer derzeitigen Form zu unterstützen. Seine Argumente sind dabei äusserst interessant.
Wir haben für unsere Petition 1872 Unterschriften gesammelt. Gebraucht hätten wir 450. Eines der Ablehnungs-Argumente lautet, dass «eine beträchtliche Anzahl von Einwohnerinnen und Einwohnern unser Anliegen nicht unterstützt habe …» und die Gemeinde deshalb gehalten sei, «die rechtliche Lösung zu unterstützen». Mit Verlaub: Wir hätten bereits bei den notwendigen 450 Unterschriften aufhören können zu sammeln … Und: Welche Lösung hätte die Gemeinde denn unterstützt, wenn alle Einwohner Triesens unterschrieben hätten?
Zur Begutachtung der Situation punkto Verkehrssicherheit haben wir uns im März mit der Sicherheitskommission zu einer Begehung getroffen. Mit dabei war auch der zuständige Gemeinderat Max Burgmeier. Auf die Frage, wo denn die Gemeindebauführer seien, sagte uns dieser, dass diese andere Termine hätten. Die Gemeinde teilt uns in ihrem Schreiben nun mit, dass die Bauführer gar nicht eingeladen wurden. Wie konnte denn der Herr Burgmeier wissen, dass sie keine Zeit hatten? Der von ihm vorbereitete Fragenkatalog war dann jedenfalls wieder an die Bauverwaltung gerichtet. Dieser sowieso nutzlose Fragenkatalog hätte wenigstens an den Gemeinderat gehen sollen, zumal dieser die einzige Instanz ist, die uns hätte helfen können – wenn er denn gewollt hätte.
So können lenkende Hände veranlassen, dass ein Hund sich in den Schwanz beisst. Man veranstaltet eine Begehung ohne Fachleute und richtet danach ein Schreiben an jemanden, der keine Handlungskompetenz hat – dabei lässt man den Gemeinderat, den es etwas angeht, in Ruhe.
Was sagt man dazu, wenn sich eine Gemeinde wie eine Amtsstelle der Regierung verhält und 1872 Unterschriften für sie zu wenig sind, um sich einer Sache anzunehmen? Diese Regierung hat nämlich kürzlich verkündet, dass sie dem Landtag empfiehlt, unsere Anliegen zur Überprüfung der Beteiligungsstrategie der Post abzulehnen. Diesen Regierungsentscheid hat die Gemeindevertretung ebenfalls für ihre Argumentation uns gegenüber ins Feld geführt.
Die Beteiligungsstrategie der Post steht als Traktandum Nr. 33 der Juni-Sitzung des Landtags auf dem Programm. Wir hoffen natürlich, dass der Landtag nun das tut, wozu er gewählt ist, nämlich das Volk zu vertreten und die Regierung beauftragt, die Eignerstrategie wie vorgeschlagen anzupassen, damit allen grossen Gemeinden im Ober- und Unterland ihre eigenen Poststellen zugestanden werden.

Die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung