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Leserbrief

Segen, den Gott der ganzen Welt zugesprochen hat

Dr. Johannes Jung, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Fürst... | 2. Juni 2021

In den letzten Tagen hat in den Leserbriefen eine Diskussion stattgefunden, die vordergründig um die biblische Erzählung vom Regenbogen als weltumspannendem Symbol für Gottes Segen kreiste. Zwei Aspekte beschäftigen mich dabei.
Zum einen werden in biblischen Erzählungen Erfahrungen geschildert, die von anderen Menschen zu anderen Zeiten in anderen Situationen aufgenommen und in Beziehung zur eigenen Situation gesetzt wurden und werden. Sklaven auf den Baumwollfeldern sangen: «When Israel was in Egyptland ...» Dabei handelt es sich nicht um eine Vereinnahmung, sondern um eine diesen Texten angemessene Reinterpretation.
Zum anderen: Der biblische Bericht vom Regenbogen, der den Horizont überspannt, spricht von Gottes Segen, den er der ganzen Welt zugesprochen hat. Für diesen Segen hat wohl nur der liebe Gott selber das «Copyright». Wer diesen Segen anderen vorenthalten oder gar absprechen oder ihnen die auf die eigene Person bzw. Gruppe bezogene Übernahme dieses Symbols versagen würde, würde diesem Gott und dem dort verwendeten Symbol des Regensbogens wohl kaum gerecht.

Dr. Johannes Jung, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Fürst-Franz-Josef-Strasse 11, Vaduz

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