Leserbrief

Triesen: Gewählte Gemeindevertretung will nicht

Die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen | 2. Juni 2021

Wir, die Petitionäre für den Erhalt der Post Triesen, haben von der Gemeinde auf unseren Antrag, sich nochmals mit der Angelegenheit zu befassen und unser Anliegen zu unterstützen, eine Absage erhalten. Dies aufgrund eines einstimmigen (!) Gemeinderatsbeschlusses an der Sitzung vom 25. Mai.
Unsere Bedenken – vor allem bezüglich der Sicherheit auf den Quartierstrassen – scheinen den Gemeinderat nicht zu interessieren. Er beruft sich auf die im Jahr 2019 erteilte Bewilligung des Gestaltungsplans. Dies, obwohl erst im Jahr 2020 bekannt wurde, dass die Postfiliale in dieses Gebäude integriert werden soll.
Es macht also für den Gemeinderat keinen Unterschied, ob sich beispielsweise ein Friseursalon oder eine Post in einem Gebäude befindet. Dass bei einer Post täglich mehrere Hundert Kunden ein- und ausgehen, fällt anscheinend nicht ins Gewicht, auch nicht, was den Verkehr betrifft.
Wir bleiben dabei: Die Integration der Poststelle wird zu erheblichem Mehrverkehr auf den Quartierstrassen führen. Dazu Art. 61 der Bauverordnung: «Die Baubehörde hat bei Planänderungen, die Auswirkungen auf die Nachbarn erwarten lassen, das Verständigungsverfahren nach Art. 77 des Gesetzes erneut durchzuführen.» Rechtlich gesehen mag die Postintegration keine Planänderung sein, praktisch jedoch sehr wohl.
Der Einbezug der Postfiliale hat aber nicht nur auf die Nachbarn Auswirkungen, sondern vor allem auch auf das Verkehrsaufkommen auf verschiedenen Quartierstrassen, was auch eine erhöhte Gefährdung unserer Schulkinder nach sich zieht. Das Baugesetz enthalte jedoch, so die Gemeinde, keine Anordnungen zur möglichen Anzahl an Verkehrsbewegungen.
In ihrem Schreiben wirft uns die Gemeinde vor, dass wir bezüglich unserer Sicherheitsbedenken kein verkehrstechnisches Gutachten eingeholt haben. Hand aufs Herz: Die Gemeinde tat dies auch nicht, obwohl es eigentlich ihre Aufgabe wäre, Fragen bezüglich der Sicherheit ihrer Schulkinder abklären zu lassen. Ist es Aufgabe der Petitionäre, ein Verkehrsgutachten einzuholen? Ganz bestimmt nicht. Unsere Annahmen zur Personenfrequenz beruhen auf Zahlen und Fakten, die von der Post herausgegeben wurden.
Fazit: Die gewählte Triesner Gemeindevertretung will ein Anliegen von 1872 Einwohnerinnen und Einwohnern nicht unterstützen. Und ohne Wille bekanntlich kein Werk ...

Die Petitionäre für
den Erhalt der Post Triesen

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