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Leserbrief

Post Triesen: Wo sind die Zahlen?

André Kindle, Landstrasse 199, Triesen | 12. Mai 2021

Der Landtag hat in seiner Sitzung vom 29. Januar die Petition zum Erhalt der Poststelle Triesen in ihrer bewährten Form behandelt und zur geeigneten Verfügung an die Regierung überwiesen. Ebenfalls beauftragte er die Regierung zur Überprüfung der Beteiligungsstrategie der Post. Dies beinhaltete auch die Frage, ob diese Strategie insofern ergänzt werden soll, dass für Gemeinden mit über 4000 Einwohnern eine vollumfängliche Poststelle zu betreiben ist. In ihrem nun herausgegebenen Bericht und Antrag an den Landtag kommt die Regierung nun zum Schluss, dass eine Abänderung der Beteiligungsstrategie für sie nicht infrage kommt. Soso. In der Januar-Sitzung kam der Antrag zur Aufnahme des Passus «Für Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern ist eine vollumfängliche Poststelle zu betreiben» von der VU-Fraktion. In derselben Sitzung zeigte sich auch der damalige Ressortinhaber und heutige Regierungschef Daniel Risch durchaus offen und gesprächsbereit. Und nun stellt sich die Regierung klar dagegen – «gegen» den Antrag der VU-Fraktion. Man darf sich also fragen, ob die ganze Sache nicht von Anfang an so kalkuliert war, um einen Teil der Wählerschaft vor den Wahlen nicht zu vergraulen. In der Januar-Sitzung wies Daniel Risch auch darauf hin, dass es einer Grundsatzentscheidung des Landtags bedürfe, dass man ein «über das Notwendige hinausgehendes Poststellennetz betreiben und es sich auch leisten wolle». Klar sei: Mehr Service Public koste auch mehr. Dieser Entscheid wurde sicher anhand vorhandener Zahlen gemacht, denn eine Migros rechnet wahrscheinlich schärfer als ein Staatsbetrieb, also wie hoch ist die jährliche Einsparung durch die Partnerschaft? In ihrem Bericht hält die Regierung zudem fest, dass sich das «erfolgreiche Modell der Postpartner» in Triesen aus verschiedenen Gründen anböte. Das erfolgreiche Modell wird von kleineren Gemeinden mit viel weniger Einwohnern und einem Bruchteil an Betriebsstätten auf Triesen umgemünzt. Überdies erhoffe ich mir vom neuen Landtag, dass er unser Anliegen zum Erhalt unserer Poststelle im Gegensatz zur Regierung unterstützt. Dies vielleicht auch mit Blick auf die Tatsache, dass unser Postnetz zu einer Zeit aufgebaut wurde, als Liechtenstein noch zu den ärmeren Ländern gehörte ...

André Kindle,
Landstrasse 199, Triesen

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