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Leserbrief

SOS-Kinderdorf International setzt Sonderkommission zur Überprüfung von Versäumnissen ein

SOS Kinderdorf (Liechtenstein) e.V. | 7. Mai 2021

Kinderschutz hat für SOS-Kinderdorf die grösste Bedeutung. Seit 2008 hat die Organisation eine Fülle von Massnahmen ergriffen, um den Kinderschutz in weltweit rund 3000 SOS-Projekten zu verankern. In allen 137 Ländern, in denen SOS-Kinderdorf tätig ist, werden die rund 40 000 Mitarbeitenden gezielt weitergebildet und Untersuchungsteams aufgebaut, um Verdachtsfällen nachzugehen. Für die Kinder wurden Wege eingerichtet, wie sie sich an Vertrauenspersonen wenden können, notfalls auch anonym. Auf diese Weise konnten Kinder geschützt, aber auch Strafmassnahmen bei Vergehen eingeleitet werden. In manchen Ländern gelten die SOS-Projekte als Best Practice, in den allermeisten Ländern kann die Organisation auf gesicherten Kinderschutz bauen.
2017 wurden die Kinderschutzrichtlinie der SOS-Kinderdörfer von der renommierten Organisation «Keeping Children Safe» zertifiziert. Die Experten bestätigen, dass die SOS-Kinderdörfer über ein stabiles und verlässliches Kinderschutz-System verfügen.
SOS-Kinderdorf Liechtenstein wurde von der Dachorganisation Anfang Woche informiert, dass in unabhängigen historischen Untersuchungen, welche die Organisation selbst veranlasst hat, Verstösse gegen grundlegende Werte und Normen festgestellt wurden. Diese Einzelfälle gehen zurück bis in die 1990er-Jahre (siehe dazu auch den Bericht auf Seite 10 in der heutigen «Volksblatt»-Ausgabe, Anmerkung der Redaktion).
Ungeachtet sämtlicher Präventionsmassnahmen ist es leider zu einzelnen Fällen von Kindesrechtsverletzungen und Misswirtschaft gekommen. Die Dachorganisation SOS-Kinderdorf International bedauert diese Fälle zutiefst und entschuldigt sich bei den Allen, die Unrecht erlitten haben: «Jeder Fall ist einer zu viel!»
Als Reaktion auf diese Untersuchungen hat das höchste Aufsichtsgremium von SOS-Kinderdorf International in Innsbruck Massnahmen zur Aufarbeitung, Sanktionierung, Wiedergutmachung und Prävention solcher Fälle ergriffen, um die Qualität der Betreuung für alle Kinder konsequent zu gewährleisten.
Magdalena Frommelt, Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf Liechtenstein, führt aus: «Wir sind sehr bestürzt über die Vorfälle und bedauern zutiefst, dass solche Vorkommnisse in einzelnen Ländern Afrikas und Asiens stattgefunden haben.»
SOS-Kinderdorf Liechtenstein besteht seit 2019. «Wir können den liechtensteinischen Spenderinnen und Spendern versichern, dass die von ihnen unterstützten Projekte nicht betroffen sind», so die Ausführungen der Geschäftsführerin.
Eine aktuell schwierige Situation für den gemeinnützigen Verein in Vaduz wie auch die ganze Organisation, denn, so Frommelt weiter: «Wir haben rund 80 000 Kinder, die aktuell in unseren Kinderdörfern aufwachsen und in denen unsere Werte hochgehalten und gelebt werden. Diesen Kindern sind wir verpflichtet! Sie benötigen weiterhin dringend unsere Unterstützung.»
Auch wenn einzelne ehemalige Mitarbeitende durch ihr Handeln einen grossen Schaden verursacht haben, setzt die gesamte SOS-Familie weiterhin alles daran, diesen Kindern ein liebevolles Zuhause zu bieten. Die Geschäftsführerin sagt: «Wir sichern all unseren Unterstützerinnen und Unterstützern der Region zu, dass sich unser Team weiterhin voller Herzblut und Engagement für diese Kinder in Not einsetzt, weil wir wissen, dass wir das Richtige tun!»

SOS Kinderdorf (Liechtenstein) e.V.

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