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Leserbrief

Zweiklassengesellschaft mit Impfpass

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 24. April 2021

Derzeit finden Diskussionen über die Einführung eines Impfpasses statt, der über Grundrechte entscheiden soll. Damit wird bewusst auf eine Spaltung der Gesellschaft hingearbeitet. Grundrechte gelten grundsätzlich für alle Bürger. Im Grundsatz darf Gleiches nicht ungleich behandelt werden. Eine staatliche Pflicht vom Staat, dauerhaft ausschliesslich Kundschaft mit Impfnachweis den Zutritt zu Gastro-, Fitness- und Kulturbetrieben zu gewähren und damit gewissen Leuten den Einlass zu verweigern, ist eine staatliche Anstiftung zu einer Diskriminierung, stellt einen Strafbestand dar und verstösst gegen Verfassungsrechte. Wenn ein Gastrobetrieb sich entscheidet, nur noch Geimpfte zu bedienen, mag das sein Recht sein. Der Markt wird ihm sehr bald die Quittung servieren. Es stellt sich auch die Frage, welche Gesundheitsdaten Staaten und Private in Erfahrung bringen dürfen, wo der Infektionsschutz aufhört und wo die Diskriminierung beginnt? Muss man sich tatsächlich zukünftig ein Unbedenklichkeitszeugnis beschaffen, um am Leben teilnehmen zu können? Es ist geradezu eine Anmassung, differenzieren zu wollen, wer Antikörper gegen eine vermeintliche Krankheit hat, und wer nicht. Es ist ein Akt gegen die Würde des Menschen. Damit durchschreiten wir die rote Linie einer freiheitlichen, liberalen Gesellschaft und verändern die Grundlage unseres demokratischen Zusammenlebens. Erworbene Rechte sollen an die körperliche Integrität des Einzelnen gebunden werden. Es findet eine Verstaatlichung des Körpers statt. Bis vor Corona war – abgesehen von der Masern­impfpflicht für Kinder – die Gesundheit für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zweitrangig. Selbst Schwerkranke konnten überall hingehen und an Veranstaltungen teilnehmen. Jetzt soll wegen eines Virus, das für über 99 Prozent der Menschen keine todbringende Gefahr darstellt, das Ganze auf den Kopf gestellt werden? Nicht nur das Kranksein wird geächtet, nein, eine angebliche Infektion mit Virusfragmenten soll entscheiden, ob ich am öffentlichen Leben teilhaben darf oder nicht. Die Menschen müssen sich mit aller Kraft gegen diesen Irrsinn oder besser gesagt gegen diese Knechtung wehren. Dem britischen Philosophen John Locke verdanken wir das Wissen um den eigenen Körper: «Der Körper eines Menschen kann in einer liberalen Rechtsgesellschaft niemals Eigentum eines anderen – also auch kein Gemeineigentum – sein.» Man hüte sich, hier die Büchse der Pandora zu öffnen und damit den Körper eines Menschen zum Staatseigentum und Gemeingut zu machen, um eine Verfügungsmacht der Regierung zu rechtfertigen.


Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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