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Leserbrief

Und noch eine «Mühle»

Stellvertretend für viele weitere: Anita Mathis, Landstrasse 126; Karlheinz Heeb,... | 22. April 2021

In unserem letzten Leserbrief haben wir aufgezeigt, dass Mauren, Gamprin und Balzers für das Gemeinwesen bedeutende Restaurants gekauft haben, namentlich den «Hirschen», den «Alten Zoll», den «Löwen» und den «Engel», die in Gemeindebesitz sind. Der alte Gemeinderat von Vaduz hat bekanntlich weder den «Engel» noch das «Real» als zentrale Gastwirtschaften erworben, hingegen die «Mühle» im Mühleholz/Ebenholz gekauft. Dort gibt es Stand heute keine einzige Gaststätte mehr, nachdem «Falknis» und «Njord» inzwischen geschlossen haben. Der Kauf der «Mühle» im Jahr 2018 durch den damaligen Gemeinderat erfolgte ursprünglich zum Erhalt und Weiterbetrieb der Gaststätte. Weil sich die Gemeinde aber bezüglich Renovationsbedarf völlig verkalkuliert hatte, und kein Pächter bereit war, den daher zu hoch ausgefallenen Pachtzins zu bezahlen, ging das Problem auf den neuen Gemeinderat über. Dieser beschloss 2020 den Abbruch der traditionsreichen «Mühle» mit Gaststube und zwei zusätzlichen, separat nutzbaren Sälen/Räumen. Die Kosten für die Renovation seien aufgrund der inzwischen nachgeholten Untersuchungen zu hoch. Hat die Gemeinde Vaduz zu wenig Geld für Bürgeranliegen und den Erhalt von bedeutenden Treffpunkten, während andere Gemeinden dies «vermögen»?
Dass es auch anders geht, haben die genannten Gemeinden stilvoll aufgezeigt. Inzwischen gibt es aus der Nachbarregion ein weiteres Beispiel, wie man es machen kann: In Oberschan sagten die Bürger Ja zum Kauf der dortigen «Mühle», wie im «St. Galler Tagblatt» bzw. dann auch im «Vaterland» vom 19. April 2021 zu lesen war. Begründet wird der Kauf wie folgt: «Die Bürgerschaft der Dorfkorporation Oberschan sieht den Kauf als Möglichkeit, die Infrastruktur in einem lebenswerten Dorf zu erhalten und das Dorfleben aktiv mitzugestalten.»
Schön wäre es, wenn auch in Vaduz dieses Gedankengut noch Einzug halten würde, wo doch Bürgermeister Bischof so für Nachhaltigkeit plädiert. Nachhaltig ist aber der Erhalt und nicht der Abbruch von traditionsreichen Häusern.
Nachhaltigkeit hat mit Wiederverwenden und Weiterverwenden zu tun.
Wir hoffen immer noch, dass der Bürgermeister unserem Ansuchen nachkommt und unseren Brief beantwortet, den er und der Gemeinderat vor sieben Wochen erhalten haben. Unser Vorschlag war, wenigstens den Gastronomieteil der «Mühle» entlang der Landstrasse zu erhalten und dadurch einen Kompromiss zu erzielen, auch bezüglich der Kosten.

Stellvertretend für viele weitere:
Anita Mathis, Landstrasse 126; Karlheinz Heeb, Erikaweg 18; Karlheinz Ospelt, Bartlegroschstrasse 21; Markus Ospelt, Altenbach 20; Thomas Zwiefelhofer, Fürst-Franz-Josef-Strasse 64; Adolf Heeb, Rehwinkel 8; Siegmund Elkuch, St. Florinsgasse 18, alle in Vaduz

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