Leserbrief

Ego-Fraktion – Mach’ es einfach!

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 22. April 2021

Der Kommentar «Impfen? Macht es einfach!» vom 21. April 2021 im «Liechtensteiner Vaterland» generierte bei mir diverse Fragen. Was bewegt eine Person, die für ein staatlich subventioniertes Medium tätig ist, dazu, einen derart gesellschaftsspaltenden Beitrag zu veröffentlichen? Worauf basiert die befehlshaberische Wortwahl «Macht es einfach!»? Wie steht es um die Sozialkompetenz von leitenden Redaktionsmitarbeitenden? Entspricht es einem Trend, Andersdenkende bzw. Menschen, die nicht nach gewissen Vorstellungen tanzen, unter dem Deckmantel der Solidarität primitiv zu disqualifizieren? Ist die Impfung der Ausweg aus dieser Pandemie?
Wir leben in einem demokratischen Land mit entsprechenden Freiheits- bzw. Menschenrechten. Die Impfwilligen sollen sich impfen lassen und die Nichtimpfwilligen eben nicht. Wenn diese Impfung das erfüllt, womit sie umworben wird, sind die Geimpften auf der sicheren Seite und können ein risikoloses Leben – zumindest in Sachen Corona – geniessen. Die Nichtgeimpften tragen das Risiko, an Corona zu erkranken. Solange die Frage bzgl. sterile Immunität ungeklärt ist, ist das Wort solidarisch unpassend.
Die Verfasserin des entsprechenden Beitrages schliesst mit dem Appell «Hört auf, nach Ausreden zu suchen – und macht es einfach.» Ist dieser Person bewusst, dass diese Impfstoffe lediglich über eine befristete Zulassung verfügen? Weiss diese Person, dass diese mRNA-Impfstoffe erstmals am Menschen eingesetzt werden? Das ist keine Ausrede, sondern Realität! Wenn sich die Autorin dessen bewusst ist, akzeptiere ich das gerne und komme zum Schluss, dass es offenbar verschiedene «Ego-Fraktionen» auf dieser Erde gibt. Möge diese Person ihren befehlshaberischen Ton bitte zukünftig nur mehr privat nutzen, denn für mich als Kundin der entsprechenden Zeitung ist dieser inakzeptabel!! Respekt und Empathie sind u. a. wünschenswerte Elemente einer menschenverbindenden Kommunikation – also wiederum solidarisch.

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, Triesen

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