Leserbrief

Liechtenstein im Weltall! Spinnerei oder Faszination?

Die Zoomer des Städte-Stamms: Postfach 877, 9490 Vaduz, Lorenz Benz, Viktor Büchel, Cyril... | 22. April 2021

Ganzseitige Inserate in den Medien überraschten in den letzten Wochen Herr und Frau Liechtenstein am Frühstückstisch. Die Headline lautete «Liechtenstein goes Satellite». Was war damit gemeint? Spinnerei oder Faszination?
Die Zoomer des Städtle-Stamms wollten mehr erfahren. Sie luden Florian Krenkel, den Informationsbeauftragten des «Weltall-Projektes», zu einer Diskussion ein. Er informierte über die Zukunft der Informationsnetze. Ganz offensichtlich sind in Zukunft weltumspannende Satelliten unverzichtbare Informationsträger. Sie werden die immer umfangreicher wuchernde Informationsflut übernehmen. So könnten Hilti oder die LGT ohne Knotenpunkte und ohne Schnittstellen mit Kapstadt, Los Angeles oder St. Petersburg zeitgleich und direkt kommunizieren. Das ist ein enormer Vorteil in Bezug auf die Transferzeit und Sicherheit der ­Informationen.
Liechtenstein ist in der glücklichen Lage, dass es drei Funkfrequenzen hat. Diese wurden vor sieben Jahren in einem Bieterverfahren ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam ein europäisch-chinesisches Konsortium. Offenbar war sein Angebot das Beste, bezogen auf Seriosität, technische Qualität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Es hat einen Businessplan mit einem Budget von 4,3 Milliarden Dollar vorgelegt.
Für Liechtenstein gebe es gemäss Krenkel keinerlei Nachteile. Im Gegenteil: Das Land würde in dreierlei Hinsicht profitieren. Erstens: Es ist geplant, dass im Land eine Control Station mit Dutzenden hoch qualifizierten Mitarbeitern aufgebaut würde. Zweitens könnte Liechtenstein für die Abgabe der Frequenzen Gebühren verlangen, welche jährlich hohe Millionenbeträge einbringen, und drittens wäre das Projekt ein Prestigegewinn.
Seltsam und kaum nachvollziehbar am ganzen Projekt ist, dass die liechtensteinische Regierung in den letzten sieben Jahren und seit der plakativen Werbekampagne weder den Landtag noch die Bevölkerung informierte.
Es wird auch bei uns viel über Digitalisierung gesprochen und geschrieben. Wie wäre es mit einer offenen Kommunikation in dieser hochaktuellen Causa, Herr Regierungschef?

Die Zoomer des Städte-Stamms: Postfach 877, 9490 Vaduz, Lorenz Benz, Viktor Büchel, Cyril Deicha, Normann Marxer, Adi Noventa, Fritz Ospelt, Gert Risch, Werner Ritter, Reinhard Walser

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