Leserbrief

Würgegriff

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 14. April 2021

Nach mehr als einem Jahr sogenannter Coronapandemie fühlt es sich an, als befände man sich in einem Würgegriff. Was anfänglich wie ein Überfall erschien, ist nun kräftezehrend und zermürbend. Es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Wie ein Magier, der immer wieder neue Dinge aus dem Hut zaubert, welche teilweise die Vorstellungskraft sprengen.
Besonders weh tut es, von jungen Menschen zu hören, dass der Blick in die Zukunft als trostlos wahrgenommen wird. Gerade in jungen Jahren, in denen das Fundament für das weitere Leben gebildet wird, sind derartige Einschnitte beziehungsweise eine Zeit in Angst und Schrecken gravierend. Diesen jungen Menschen wurde in einer sehr wichtigen Lebensphase bereits mehr als ein Jahr geraubt. Eine Zeit, in der beispielsweise soziale Kontakte wichtig sind, welche kurzerhand reguliert bzw. im gewohnten Ausmass verboten sind.
Abgesehen vom Sozialen scheint dieser Würgegriff universell erfolgreich zu sein. So erhalten wir mittlerweile Nachrichten über Lieferengpässe, Materialknappheit in verschiedenen Bereichen, Preissteigerungen bei den Rohstoffen und so weiter. Folglich wird selbst der gute Wille zur Arbeit nichts mehr nützen und gegebenenfalls noch volle Auftragsbücher dito.
Selbst die als Erlöserin angepriesene Impfung scheint sich im Würgegriff zu befinden. Sogar Mainstream-Medien informieren darüber, dass es trotz zweifacher Impfung zu neuerlichen Infektionen kam.
Liebe Regierende, bitte vergesst bei eurem Tun zum «Wohl des Vaterlandes» die Verhältnismässigkeit und Vernunft nicht. Die oberste Staatsaufgabe – die Förderung der gesamten Volkswohlfahrt – scheint infolge von diversen Kollateralschäden gefährdet.
Viele Menschen leiden mittlerweile an dieser zermürbenden Situation. Ist die Gefahr für Leib und Leben wirklich so gross, oder könnte der Würgegriff nach über einem Jahr Erfahrung gelöst werden, sodass der Atem wieder besser fliessen kann? Francisco de Goya meinte: «Wenn die Vernunft einschläft, erwachen die Dämonen.»
Davor graust es mir.

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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