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Leserbrief

Alarmismus

Kurt Gstöhl, Festspielstrasse 22, Eschen | 12. April 2021

Laut einem Artikel im «Liechtensteiner Vaterland» vom 6. April 2021 «Warum in Vorarlberg alle Restaurants offen haben» geht hervor, dass dies wegen der tiefen 7-Tages-Inzidenz, hochgerechnet auf 100 000 von 130 «Fällen» möglich sei (ca. 400 000 Einwohner). Liechtenstein hat eine 7-Tages-Inzidenz hochgerechnet auf 100 000 von 84 «Fällen» (ca. 39 000 Einwohner!), Österreich von 227, die Schweiz von 142, Deutschland von 110 und die Europäische Union von 168 «Fällen» Hochgerechnet auf 10 000 relativieren sich die Fallzahlen dementsprechend. Nun frage ich mich, nach welchen Kriterien Massnahmen getroffen beziehungsweise geändert werden. Bei solchen tiefen «Fallzahlen» müssten momentan geltende Regeln dringend überdacht und gegebenenfalls geändert, angepasst oder aufgehoben werden. Vor allem für risikoarme Personen, Kinder, Jugendliche, Studenten und Lernende. Gewisse Massnahmen mögen in Krisenzeiten sinnvoll sein. Die Frage stellt sich dann aber zwingend, ob den Bürgern die Freiheit auch nach der Krise wieder auf Vor-Krisen-Niveau zurückgegeben wird? Dies scheint je länger, je weniger in Aussicht. Wir müssen aufhören, auf die Zahlen der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange. Das führt zu falschem Alarmismus. Weshalb messen wir eigentlich die Zahl der «Neuinfizierten» und nicht die Zahl der Erkrankten und Hospitalisierten? Ein positives Testergebnis für sich alleine sagt nicht zwingend aus, ob eine Person erkrankt, oder infektiös ist, da ein grosser Teil symptomlos bleibt. Eine Erkrankung kann und muss ausschliesslich nach klinischer Abklärung durch einen Arzt bestimmt werden. Deshalb bitte ich die Regierung, in Zukunft die «Fallzahlen» nicht pauschal und undifferenziert als Erkrankte zu bezeichnen.

Kurt Gstöhl,
Festspielstrasse 22, Eschen

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