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Leserbrief

Plant die Gemeinde Vaduz nachhaltig, oder vernachlässigt sie das Mühleholzquartier?

Andrea Buchmann Kühnis, Schalunstrasse 9, Vaduz | 8. April 2021

Liebe Gemeinderäte. Ihr möchtet laut Vaduzer «Einblick» herausfinden, was den Bewohnern jetzt und in Zukunft wichtig ist. Woran liegts, dass ihr nicht zuhört?
Im Quartier Mühleholz wohnen und arbeiten etwa 450 Personen. Unterhalb der Landstrasse sind es vielleicht noch 100 mehr. Dazu kommen die (bald) 1500 Schüler. Alles zusammen sind es täglich etwa 2000 verweilende Personen. Eine Zahl wie ein Dorf. Da sollten wir auch klug und ausgleichend wie ein Dorf handeln.
Warum werden denn Vorschläge wie das Erbauen von Alterswohnungen im Wohntrakt des Landgasthofs Mühle in die Lüfte geschlagen?
Wollen alle betagten Bewohner der Gemeinde ums Gebiet Heiligkreuz leben, bevor ihr Schritt ins Altersheim getan werden muss? Also ich nicht. Wenige Wohnungen des Mühleholzparks sind von Rentnern gemietet. Diese schätzen das Angebot der vielfältigen Spaziergänge, Einkaufsmöglichkeiten und zentralen Busverbindungen vor der Haustür sehr.
Paradoxe Nachhaltigkeit auch im Jugendkonzept. Die Jugendkriminalität habe im Land zugenommen.
Überrascht, dass dies endlich bestätigt wurde? Nicht nur beim Postplatz Schaan, auch im Mühleholzquartier merkt man dies leider schon länger.
Aber anstatt Positives wie die Mühle zu belassen, fördert man potenzielle Orte für kriminellen Austausch mit der Erstellung eines «Parks» an der falschen Stelle.
Bedenkt, dass in wenigen Jahren nicht nur täglich 1000 sondern rund 1500 Schüler und Abendkursbesucher zwischen den Mühleholz- Bushaltestellen und Oberstufenzentren verkehren. Welches gesellschaftlich-gesunde Niveau wird hier gefördert? Bald befinden sich ein «Park» und drei Fastfoodketten rund um die landeszentralen Haltestellen, ein Casino und eine Jugendherberge gleich über der Gemeindegrenze. Schulen, Freizeitanlagen, Rüfen, Brücken und das Quartier werden sich abends und am Wochenende noch mehr beleben. Die Jugend freuts ... bis sie selber Eltern werden und sich dann ärgern, wie ums Jahr 2020 «ach so klug und weitsichtig» für ihre Kinder geplant worden ist. Denn wo sind die friedlichen, ausgleichenden Orte für jüngere und ältere Generationen im Quartier geblieben? Wo ist der Ruhepol für die Natur? Wo wird es dann noch «summen»?
Mühle versus «Vadozner Huus»: Ist es nachhaltig, den Landgasthof Mühle abzureissen, der von sich aus lebt, funktioniert und generationenübergreifend positiv wirkt? Der der Jugend im Quartier mit altersdurchmischten Gästen die Waage hält? Könnte der eigentliche Abrissgrund das Projekt im «Vadozner Huus» sein, sodass sich das Städtli endlich wiederbelebe?
Oder waren die Mühle-Gäste dem Gemeinderat zu selbstständig oder zu unabhängig? Braucht es deshalb die künstliche Ansiedlung eines Treffpunkts im «Vadozner Huus», der gar von einem Sozialarbeiter kontrolliert und geregelt wird? Es wäre für beides Raum in der Gemeinde.
Bitte denkt nachhaltig und nehmt uns wahr.


Andrea Buchmann Kühnis,
Schalunstrasse 9, Vaduz

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