Leserbrief

Privatisierung des Weltalls: Wer zahlt die Entsorgung?

Der «Zoom»-Städtle-Stamm: Adi Noventa, Cyril Deicha, Fritz Ospelt, Gert Risch, Hans... | 31. März 2021

Die Privatisierung des Weltalls ist im Kommen. Auch Liechtenstein will sich daran beteiligen. Konkret soll eine grössere Zahl Kleinsatelliten mit Telekommunikationsfrequenzen, die Liechtenstein zugeordnet sind, auf erdnahen Umlaufbahnen gewinnbringend betrieben werden. Wir wären interessiert, wie weit dieses Projekt gediehen ist und ob bereits Zusagen gemacht wurden?
Uns ist aber nicht klar, wer für deren spätere Entsorgung zuständig ist. Wie es der Astronomische Arbeitskreis in Schaan vor Kurzem bemerkte, ist die Entsorgung von Weltraummüll eines der grössten Probleme der modernen Weltraumforschung. Kleine Satelliten sind billig, sie haben aber keine Steuerung und können nicht desorbitiert werden. Die teureren lenkbaren Satelliten können zur Erde zurückgeschickt werden und verbrennen mit etwas Glück beim Wiedereintritt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sie höher auf den sogenannten Satellitenfriedhof zu befördern. Dort wird der Müll Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende lang um die Erde kreisen. Eine grosse Gefahr für die Raumfahrt und die Astronomie. Die Umlaufbahn muss irgendwann von diesem Schrott gereinigt werden. Bisher basieren alle Massnahmen ausschliesslich auf Richtlinien von Weltraumnationen, nicht auf verbindlichen Vorschriften. Richtlinien werden bekanntlich eifrig gebrochen, besonders von den Grossmächten insbesondere, wenn sie viel Geld kosten. Das Entsorgen vom Müll dort oben wird sehr teuer sein. Wer wird bezahlen?
Irgendwann wird man dort das Verursacherprinzip anwenden. Bis dann sind vielleicht die Firmen, die den Satelliten hochgeschossen haben, nicht in der Lage zu zahlen. Dann wird wohl der Staat, der die Konzession erteilt hat, die Entsorgung finanzieren müssen. Man kann sich vorstellen, welchem internationalen Druck ein «reicher» Kleinstaat wie Liechtenstein dann plötzlich ausgesetzt sein wird!

Der «Zoom»-Städtle-Stamm: Adi Noventa, Cyril Deicha, Fritz Ospelt, Gert Risch, Hans-Werner Ritter, Lorenz Benz, Normann Marxer, Reinhard Walser, Viktor Büchel

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