Leserbrief

Meine Rückschau

William Gerner, Quellenstrasse 8, Eschen | 31. März 2021

Die Schmutzkampagne mit anonymen Briefen, mit unsachlichen Leserbriefen und die skurrilen Petitionen, die sogar im Landtag traktandiert wurden, haben meiner Ansicht nach doch einen sehr grossen Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt. Alle Aktionen waren zeitlich ganz gezielt gewählt. Leider kann die Umfrage dazu nichts aussagen. Ich bin überzeugt, dass es sonst einen klareren Wahlerfolg für Daniel Risch gegeben hätte. Wenn Schmutz geworfen wird, bleibt nämlich immer etwas hängen. Ich hoffe nach wie vor, dass man eines Tages erfährt, wer hinter diesen Aktionen stand, denn solche Dinge sollen in Liechtenstein nicht zur Regel werden. Inzwischen haben sich alle Vorwürfe gegen Daniel Risch in Luft aufgelöst. Der Landtag hat klar Stellung für Daniel Risch bezogen und die Briefschreiber sind verstummt. Es war alles nur unfairer Wahlkampf.
Die Resultate für DU und DpL haben mich nicht überrascht. Es ist beruhigend zu wissen, dass häufiges Neinsagen nicht für einen wirklichen Wahlerfolg reicht. Überrascht hat mich hingegen das Resultat für die FL. Eigentlich habe ich mit der grünen Welle im Rücken deutlich mehr erwartet. Vielleicht hat sich der interne Zwist doch stark negativ ausgewirkt. Darüber hinaus vermute ich, dass einige FL-Stammwähler diesmal FBP gewählt haben, weil dort eine Frau an der Spitze stand.
Wenn sich Wilfried Marxer nicht mit parteipolitischen Interpretationen eingemischt hätte, wären völlig unnötige Diskussionen ausgeblieben. Als Eschner hätte ich gerne Gunilla Marxer, die im Unterland einen überragenden Vertrauensbeweis erhalten hat, als Landtagspräsidentin gesehen. Leider hat sich die FBP in Bezug auf das Landtagspräsidium nicht an das gehalten, was sie vor der Wahl gesagt hat. Albert Frick hat in den nächsten Jahren immer noch die Möglichkeit, zugunsten von Gunilla Marxer auf den Vorsitz zu verzichten. Die Demokratie und die Glaubwürdigkeit haben in den letzten Wochen auf jeden Fall Schaden erlitten. Jetzt haben wir eine neue Regierung, die hoffentlich im Interesse der Landes verantwortungsvoll zusammenarbeitet und sich weiterhin mit ganzer Kraft der Krisenbewältigung widmet.

William Gerner, Quellenstrasse 8, Eschen

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