Leserbrief

Strommangellage nicht zu unterschätzen

Hans Frommelt, Gapont Triesen | 26. März 2021

Kürzlich hat das Schweizerische Bundesamt für Bevölkerungsschutz die nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» abgeschlossen. Drei Hauptrisiken sind identifiziert und zwar: Gefährdung Strommangellage, Pandemie und Ausfall Mobilfunk. Es geht um den Notruf, das Breitbandinternet oder die Sprachtelefonie. Ein längerer Stromausfalls hat erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Behörde. Das «Vaterland» hat in der Ausgabe vom 17. März die Thematik aufgegriffen. In der Schweiz werden sämtliche Mobilfunkrelevanten Systeme mit Notstromgruppen oder Batterien ausgerüstet. Der Grund ist einfach. Die Auswirkungen einer Strommangellage wird heute höher eingeschätzt als 2015. Laut «Vaterland» meint unser Amt für Kommunikation, dass eine landesweite Notstromversorgung für die Sicherstellung unserer Mobilrelevanten Systeme schwierig werden könnte. Was soll da schwierig sein, wenn die Schweiz das kann? Weiter erwähnt das Amt, dass eine Notstromversorgung in ausserordentlichen Situationen für die Mobilkommunikation nicht notwendig sei, weil die landesweite Verfügbarkeit der Stromversorgung zu 99,999 Prozent sicher sei. Wenn es einen Stromausfall gibt, dann höchstens zwei bis fünf Minuten pro Jahr. Die Erfahrung der vergangenen 25 Jahre zeigt aber, dass ein solcher vielfach ein paar Stunden dauern kann. Deshalb werden relevante Computer über USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme) gesichert. Die 99,999 Prozent sind schon zu relativieren. Es geht da nicht um normale Zeiten, sondern um die Stromversorgung in ausserordentlichen Zeiten. Ein Erdbeben, Erdrutsch in Hanglage, massive Regenfälle und Überschwemmungen können jederzeit eine örtliche Stromversorgung für mehr als drei Minuten unterbrechen. Die Strommangellage ist nicht zu unterschätzen, wie die Schweizerischen Bundesämter in mehreren Publikationen festgehalten haben. Das EU-Stromversorgungsnetz inklusive der Schweiz ist total zusammenhängend. Wenn im Winter etwas in Polens Stromversorgungsnetz passiert, so hat das Auswirkungen bis Portugal. Es wird damit gerechnet, dass bei einem Totalausfall es bis zwei Wochen dauern kann, bis alle wieder Strom haben. Die Aussagen unseres Amts für Kommunikation sind fragwürdig.

Hans Frommelt, Gapont Triesen

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