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Leserbrief

Harry Hasler?

Hans Mechnig, Tröxlegass 46,Schaan | 22. März 2021

In der aktuellen Ausgabe der ­Wochenendbeilage des Vaterlands durften wir nun die Antwort des Philosophen und Publizisten, Ludwig Frank Hasler, auf die vorwöchigen Enteignungsfantasien von Frau Samantha Zaugg lesen. «Liebe Samantha», fängt er an, «du denkst, ich könnte deine Lieblingsidee für Unfug halten.» Was der erste Satz befürchten lässt, wird in der Folge zur Tatsache. Der Philosoph Ludwig F. Hasler spricht mit Frau Zaugg, verharmlosend, als ob er eine Fünfjährige vor sich hätte und nicht eine mündige Erwachsene. «Ich sehe nichts als flockige Sprüche …», heisst es da, und «Ihr Jungen wächst heran im Schlaraffenland … ganz viel bunte Kleider … Es gibt schreckliche Unterschiede, pfui! Milliardäre! Und Arme! Nicht alle können gleich viel kaufen! Das ist ja gar kein richtiges Schlaraffenland»! Daneben zollt er noch dem Zeitgeist Tribut. Dazu gehört z. B. die Unterstellung, dass die Möglichkeit zum «Abschröpfen» den Milliardär zur Arbeit motiviert, dass «Finanz- und Tech-Giganten» eine Rückkehr zum Feudalismus betreiben, «der die offene Gesellschaft bedroht, Demokratie inklusive», und dazu gehört auch, dass man stolz seine Unkenntnis über die Gesetzmässigkeiten von Niedriglöhnen publik macht und deren Abschaffung fordert etc. Nur auf eines scheint der Philosoph Ludwig F. Hasler nicht zu kommen, nämlich, dass die Forderung, jemandem legal erworbenes Eigentum unter Androhung von Zwang und Gewalt abzunehmen, Unrecht ist. Oder, wie hat man es uns ­damals erklärt, Mein und Dein zu ­unterscheiden? 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen! 9. Gebot: Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut! Nein, ein Unrecht scheint der Philosoph Ludwig F. Hasler, ein Denker, also beseelt von der Liebe zur Weisheit, in der ­Forderung von Frau Zaugg nicht zu erkennen. Davon ist keine Rede bei ihm. Wär er doch bloss Harry ­Hasler! Das wär dann nicht ganz so tragisch!


Hans Mechnig,
Tröxlegass 46,Schaan

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