Leserbrief

Profit contra CO2-Bilanz

Mario Nescher, Schlattackerweg 4, Ruggell | 20. März 2021

Zusatzgewinn mit fragwürdiger Nachhaltigkeitsargumentation und dank der Unaufmerksamkeit vieler Kunden, das ist der Plan der LKW. Die umweltfreundliche Alternative für Liechtenstein wäre ganz einfach der Umstieg aller übrig gebliebenen privaten «Atomstrom-Kunden» auf 100 Prozent Strom aus Wasserkraft. Diese «LiStrom»-Kunden bezahlten bisher für 80 Prozent Atomstrom und 20 Prozent Wasserkraft rund 2,7 Millionen Franken. Die gleiche Menge Strom aus Wasserkraft verkaufen die Repower, bei deren Produktionsanlagen die LKW beteiligt sind, ihren Kunden für 2,36 Millionen Franken (alle Beträge ohne Mehrwertsteuer). Strom aus Wasserkraft für diese Kundengruppe ist also sogar 340 000 Franken billiger. Es gibt ausser masslosem Profitdenken keinen Grund, stattdessen Graustrom zu liefern. Dazu passend dieses Zitat aus dem LKW-Jahresbericht 2019: «Günstiger Strom aus regionaler Wasserkraft: Die Beteiligung an den Prättigauer Wasserkraftwerken war für die LKW ein wichtiger Schritt, die Eigenproduktion zu erhöhen – aber auch wirtschaftlich gesehen wirkt sich die Beteiligung positiv aus. Die Produktion und die Finanzerträge lagen in den letzten drei Jahren deutlich über dem Budget, sodass die Kosten für den Strombezug wesentlich unter dem Budget und auch sehr deutlich unter dem Markt lagen. Das heisst, die LKW konnten günstig Strom aus regionaler Wasserkraft beziehen. Das zeigt, dass sich diese Beteiligung auch finanziell lohnt.»
Die LKW betreiben Gewinnoptimierung auf Kosten der Liechtensteiner Kunden und auf Kosten der CO2-Bilanz des Landes. Mit einer Mail an kunden@lkw.li können wir die Zwangsumstellung auf «LiStrom natur» ablehnen. Wählt bewusst Graustrom statt «LiStrom natur» und drängt damit die LKW dazu, den Atomstrom durch Strom aus Wasserkraft zu ersetzen.


Mario Nescher, Schlattackerweg 4, Ruggell

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