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Leserbrief

Wann werden wir Geld atmen können?

Dr. Norbert Obermayr, Auf Berg 44, Mauren | 11. März 2021

Die Schweizer haben für das Freihandelsabkommen mit Indonesien gestimmt. Was bedeutet das für Indonesien? «Palmöl ist der Schlüssel, um die Bevölkerung aus der Armut zu holen!» Der Armut entkommen, das ist recht und gut. Was bedeutet das für aber letztlich für Indonesien selbst, aber auch für die gesamte Weltbevölkerung? «Palmöl und die Bedrohung des Weltklimas»! Auch Europa war einmal von Urwald bedeckt. Daran erinnert sich heute niemand mehr. Was wir uns damals erlaubten, das müssen wir auch anderen Völkern erlauben! Müssen wir? Oder ergibt sich daraus eine neue Verantwortung? Die Regenwälder weltweit werden heute in einer Geschwindigkeit abgeholzt, die unbeschreiblich ist. 2017 waren es 42 Fussballfelder! Pro Minute! Wir machen einerseits Klimaziele und holzen andererseits hektarweise Regenwald ab – für Palmöl, Soja und Rinder. Ist das nicht unendlich schizophren? Wann werden wir Geld essen oder trinken können?
Die Frage nach der Verantwortung ist zu stellen. Welche Verantwortung haben wir, die sogenannten «entwickelten Staaten», gegenüber Ländern wie Indonesien, Malaysien oder Brasilien? Es wäre jetzt viel zu einfach und zu kurz gedacht, den «Schwarzen Peter» der Schweiz zuzuschieben. Hier wird nur gerade unmittelbar das Problem sichtbar gemacht. «Das Hemd ist näher als der Rock!»
Noch gibt es grüne Lungen. Gerade Ärzte und KrankenpflegerInnen wissen, wie es Menschen ergeht, die gerade an Beatmungsmaschinen wegen einer Coronainfektion angeschlossen sind. Das geht heute Gott sei Dank noch oft gut aus. Wenn der «letzte Baum» gefällt ist, werden uns auch Beatmungsmaschinen nicht mehr helfen können. So schafft sich die Menschheit ab. Das Universum braucht uns nicht.
Wann werden wir uns endlich unserer Verantwortung dem gesamten Universum gegenüber bewusst? Wir – und unsere Politiker – reagieren viel zu langsam, und wir merken nicht, dass wir mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine starke gläserne Wand fahren. Was braucht es wirklich, um endlich aufzuwachen? Noch mehr Beruhigungspillen wie «Der Freihandel bringt Vorteile für die Umwelt»!
Ich kann’s nicht glauben.

Dr. Norbert Obermayr, Auf Berg 44, Mauren

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