Leserbrief

Nutzerdaten der Fahrradbrücke Vaduz-Buchs

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen | 20. Februar 2021

Zum «Volksblatt»-Bericht vom 18. Februar: Nun sind Benutzungsdaten der zur angeblichen Verkehrsentlastung in Vaduz mit hoher Dringlichkeit gebauten Langsam-Velobrücke Vaduz-Buchs vom ABI bekannt gegeben worden. Seit der Eröffnung im Juli 2019 sind im Sommerhalbjahr täglich rund 330 Rheinüberquerungen durch Radfahrer gezählt worden, im Winterhalbjahr hingegen nur knapp 100 pro Tag. Beobachtet man vom Rheindamm deren Nutzung, so wird diese Brücke vornehmlich tagsüber von Freizeitradfahrern befahren. Zu Stosszeiten morgens und abends ist kaum eine häufigere Nutzung sichtbar. Im Sommer mit rund 12 bis 14 Tagesstunden ergibt sich also eine stündliche Nutzung von rund 25 Radfahrern, im Winter mit 8 bis 9 Tagestunden hingegen von nur deren 10 pro Stunde. Daraus muss gefolgert werden, dass im Sommer kaum mehr als 20 bis 30 Arbeitspendler diese neue Brücke nutzen, im Winter fällt sie wohl auf kaum 10 Arbeitspendler. Diese Zahlen decken sich weitgehend mit meinen Abschätzungen in einem Leserbeitrag aus 2017 zu diesem Projekt, sie sind aber weitab von denjenigen der damaligen Befürworter, die mit dieser Radbrücke sogar eine merkliche Entlastung dem motorisierten Arbeitsverkehr im Raume Vaduz zu dichteten. Auch aus den Erwartungen des VCL von täglich 300 bis 500 (zusätzlichen) Radfahrern auf dem Rheindamm durch diese Velobrücke ist bei Weitem nichts geworden, die vom VCL als Anlass herangezogen wurden, den Rheindamm in Richtung Fussballstadion gänzlich für den motorisierten Strassenverkehr zu sperren. Laut ABI stellte sich nun heraus, dass die automatische Zähleinrichtung im Winter nicht immer zuverlässig funktionierte, weil die stromliefernde Solaranlage wesentlich zu klein ausgelegt wurde. Welch ein Armutszeugnis für die Planer, gibt es doch an den Rheinbrücken von Bendern und Vaduz seit zwei Jahrzehnten grosse Solaranlagen, von denen reale Stromertragsdaten vorliegen und mit deren Hilfe diese kleine Solaranlage der Zählstelle hätte richtig ausgelegt werden können. Da nun eine Vergrösserung dieser Solaranlage das Landschaftsbild stören würde, beschloss der Gemeinderat Vaduz kürzlich, für 85 000 Franken (!) eine unterirdische Stromleitung zur Brücke ziehen zu lassen. Dies allein, um auch im Winter in Schlechtwetterphasen genauere Nutzerzahlen mit vielleicht ein paar 10 Radfahrern mehr pro Tag erheben zu können. Haushälterischer Umgang mit Steuergeldern, basierend auf für Steuerzahler relevantem Kosten-Nutzen, scheint hier bei der Mehrheit dieses Gemeinderats ein Fremdwort zu sein.

Othmar Züger,
Aeulegraben 32, Triesen

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