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Leserbrief

Stellungnahme des VMR

Verein für Menschenrechte in Liechtenstein (VMR) | 17. Februar 2021

Der Landesfürst hat sich in seinem Geburtstagsinterview zu verschiedenen Themen geäussert. Eines davon war die «Ehe für alle» sowie das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Seine Aussagen dazu sind aus der Sicht des Vereins für Menschenrechte bedauerlich, da sie homosexuelle Menschen abwerten und ihnen die Fähigkeit absprechen, gute Eltern zu sein. Gleichzeitig werden schwule Paare mit dem impliziten Vorwurf der Pädophilie konfrontiert.
Es gibt genug Beispiele gleichgeschlechtlicher Paare, die wunderbare Eltern sind und deren Kinder ein erfülltes Leben führen. Die Gesellschaft befindet sich in stetigem Wandel, auch was die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren zeigt.
Momentan ist ein Kind eines gleichgeschlechtlichen Paares durch die aktuelle Gesetzgebung benachteiligt, da es rechtlich nur einen Elternteil hat. Das heisst, dass bestimmte Rechte und Ansprüche für das Kind fehlen (beispielsweise in den Bereichen des Sorgerechts, der elterlichen Pflichten, des Erbrechts etc.). Die Möglichkeit der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare könnte diese rechtliche Ungleichbehandlung korrigieren.
Gleichzeitig ändert sich auch die Rolle von Vätern beziehungsweise generell von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft ständig. Viele Väter pflegen heute einen viel innigeren Umgang mit ihren Kindern. Es gibt auch alleinerziehende Väter, die ihre Rolle hervorragend ausfüllen. Ein Kind braucht liebende Eltern, ob das Mann und Frau, zwei Männer, zwei Frauen oder Alleinerziehende sind, spielt lediglich eine untergeordnete Rolle, solange sie ihre elterlichen Aufgaben erfüllen.
Eine «Ehe für alle», also die Gleichbehandlung aller Partnerschaften ungeachtet der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität, folgt dem menschenrechtlichen Prinzip der Nichtdiskriminierung. Insbesondere aber gilt es, Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität in unserer Gesellschaft zu akzeptieren und sie und ihre Kinder mit Respekt zu behandeln.

Verein für Menschenrechte in Liechtenstein (VMR)

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