Volksblatt Werbung
Leserbrief

Im Wahlkampf und in der Fasnacht ist alles erlaubt! Oder?

Niclas Sele, Haldenstrasse 32, Triesen | 15. Februar 2021

Am Donnerstag wurde von mehreren Unternehmen unter dem #Fasnachtsland eine Livesendung produziert, unter anderem auch von der Vaduzer Medienhaus AG. Als begeisterter Fasnächtler fand ich die Idee sehr gut und habe sodann auch gleich eingeschaltet.
Als ich am nächsten Tag dann die Bildimpressionen begutachten wollte, verging mir allerdings schnell die gute Laune, als in einem Abschnitt die Medienhaus-Mitarbeiter in ihren Fastnachtskostümen vorgestellt wurden.
Was das Problem ist? Eine Mitarbeiterin hatte die Kostümidee, sich einen Helm mit Büffelhörner aufzusetzen und dazu ein T-Shirt mit der Aufschrift «DqL» zu tragen. Der Helm ist eindeutig eine Anspielung auf einen der Hauptprotagonisten bei der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols am 6. Januar 2021 und das T-Shirt soll eine Anspielung auf den «Vaterland»-Artikel im Vorfeld der Landtagswahlen 2021 sein, in welchem einigen DpL-Kandidaten eine Nähe zur rechtsextremen, verschwörungstheoretischen Bewegung QAnon nachgesagt wurde. (Sogleich von den angesprochenen Landtagskandidaten in einer Stellungnahme widerlegt.)
Dass die Fasnachtszeit eine närrische Zeit ist, in welcher auch die Politik auf die Schippe genommen wird, ist seit eh und je so und soll bitte auch so bleiben, allerdings mit Grenzen!
Eine Partei, welche auf dem demokratischen Weg in den Landtag gewählt wurde mit einer rechtsextremistischen Bewegung zu vergleichen und auf die illegale Erstürmung des Kapitols in genau diesem Outfit zu verweisen, hat für mich nichts mehr mit Humor oder auf die Schippe zu nehmen zu tun, auch, da die besagte Medienhaus-Mitarbeiterin die Verfasserin des Artikels war, welcher überhaupt erst die angebliche Sympathie einiger DpL-Mitgliedern mit QAnon in den Raum gestellt hat.
Liebes Medienhaus, was ihr in eurem Büro oder in eurer Freizeit anhabt, ist eure Sache. Allerdings stimmt es mich sehr nachdenklich, wenn eine solche Verkleidung vom «Liechtensteiner Vaterland» publiziert wird und somit die Unterstützung des Medienhauses erfährt.

Niclas Sele,
Haldenstrasse 32, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung