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Leserbrief

Gedanken zur Landtagswahl 2021

Hubert Müssner, Widagass 49, Bendern | 11. Februar 2021

Die Landtagswahl 2021 hat ein Ergebnis gebracht, das sicher noch vielfach diskutiert werden wird. Ich möchte nun gerne einige Fakten und meine Wunschvorstellungen hier einbringen. Erstmals in der Geschichte des Landes haben sich so viele Parteien und so viele Frauen und Männer wie noch nie der Wahl gestellt. All diesen Personen gehört mein Respekt und Dank, nur durch eure Bereitschaft zur Kandidatur hat auch eine demokratische Wahl stattgefunden. Das eigentliche Interessante an dieser Wahl ist aber die Situation zwischen der FBP und der VU. Mit jeweils 35,9 Prozent der Parteistimmen und je 10 Sitzen im Landtag haben beide grossen Parteien eine Pattsituation. Nimmt man nun die Parteistimmen heran, so hat die VU mit ganzen 42 Stimmen die Nase vorne. Rechnet man aber diese Parteistimmen auf Nasen um, wie es Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut machte, so hätte die FBP mit ca. 100 Nasen die Nase vorne. Und hier sehe ich mich als Unterländer schon mal diskriminiert. Während ein Oberländer 15 Parteistimmen abgeben kann, kann ein Unterländer nur 10 Parteistimmen abgeben. Aber wer hat nun die Wahl gewonnen? Ist es die VU, die gemäss dem geltenden Wahlgesetz über mehr Parteistimmen verfügt? Oder ist es moralisch die FBP, die mehr Personen hinter diesen Parteistimmen vereinigt? Sicher, nach dem Wahlgesetz ist es klar (oder doch nicht so klar) die VU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Risch am meisten Stimmen vereinigt. Aber ist deshalb bereits Daniel Risch als Regierungschef fixiert? Ich finde: Nein, nicht unbedingt. Es werden auch immer wieder Stimmen laut, die eine Direktwahl des Regierungschefs fordern. Also sind neue Ideen oder Vorschläge für eine Regierungsbildung auch angebracht. Warum versuchen die beiden Grossparteien nicht, einmal einen neuen Weg zu gehen? Bisher war es immer so, dass die Sieger den Regierungschef, die Mehrheit in der Regierung und den Landtagspräsidenten gestellt haben. Aber muss es denn immer so sein, vor allem bei einer so engen Wahl? Der Zufall hat uns eine Konstellation gebracht, die uns einen neuen mutigen Weg aufzeigt. Wie wäre es denn, wenn sich VU und FBP auf folgende Koalition einigen könnten: Regierungschefin wird Sabine Monauni, die Mehrheit in der Regierung hat die VU und Landtagspräsidentin wird Gunilla Marxer-Kranz. Wäre das nicht ein sehr starkes Zeichen mit viel Frauenpower?

Hubert Müssner,
Widagass 49, Bendern

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