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Leserbrief

Replik zu Jo Schädler

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 6. Februar 2021

Er setzt mich prominent an den Anfang seines Leserbriefes. Ich habe nirgends geschrieben, dass man den Steger Stausee mit «Spatial Atom Layer Depostion Batterien» füllen soll. Ich hab nur erwähnt, dass Batterien gemäss dem «Spatial Atom Layer Deposition»-Prinzip den Elektroautos künftig Reichweiten weit über 1000 Kilometer ermöglichen sollen, so gelesen in Fachzeitschriften. Kein Wort davon, dass diese Batterie in 20 bis 30 Jahren noch aktuell sein wird. Schädler führt aus, dass von Lithium-Ionen Batterien grosse Gefahren ausgehen.
Wenn man schon auf einem einzelnen Stromspeichersystem herumhackt, dann bitte nicht nur einseitig. Der Bau und Betrieb von Staumauern ist nicht harmlos. Es gab weltweit tausende von Toten, weil Staumauer barsten. In der Schweiz wurden für Stauseen viele Dörfer, Siedlungen und Landwirtschaftliche Betriebe unter Wasser gesetzt, die Menschen wurden durch Expropriationen umgesiedelt. Gemäss Wikipedia mussten beispielsweise wegen des Sihlstausees 500 Personen das Gebiet verlassen, weitere 1300 wurden in Mitleidenschaft gezogen. Überflutet wurden 93 Wohnungen, 124 Scheunen, 179 Torfhütten und 14 weitere Gebäude wie Sägereien, Kapellen oder Brücken. 55 Bauernhöfe wurden mit Gebäuden und Land überschwemmt. 454 Hektaren Streuland, 372 Hektaren Wiese, 45 Hektaren Torfboden und 5 Hektaren Wald fielen dem See zum Opfer.
Weltweit wird mit viel Engagement über neue Stromspeichermöglichkeiten geforscht, weil es halt nicht überall Berge hat, um Stauseen zu bauen. Nur mit dem Bleibatterien-denken kommen wir nicht weiter, könnten Stauseen wie der Sihlstausee oder der Stausee im Steg nie renaturieren.
Schädler meint zudem, dass ich «Magerheuhütti» im Steg aufstellen möchte. Diese Zeiten sind vorbei, so wie die Bleibatterienherstellung. Es braucht keine «Magerheuhütti» mehr. Das Heu wird direkt mit einem Helikopter in das Tal geflogen, so wie jährlich von Tuass und Hintertuass direkt vor das Tenn vom Poldi. Das Ganze dient dem Erhalt der Biodiversität der Magerwiesen auf Tuass und verhindert Schneerutsche und Schneelawinen.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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