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Leserbrief

Der Kopfstausee?

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 4. Februar 2021

Hans Frommelt schrieb neulich in einem Leserbrief, neue «Spatial Atom Layer Depostion Batterien» wären bald so leistungsfähig, dass sie die Stauseen überflüssig machen würden. Und er gibt seine Idee den Regierungskandidaten mit auf ihren holprigen und steinigen Weg, den Stausee im Steg ablaufen zu lassen, um dort eine Batteriekaverne zu bauen und am Schluss das Ganze zu übergrünen, Milchkühe grasen zu lassen und eventuell sogar ein paar alpenträchtige «Magerheuhütti» daraufzustellen. Diese neue Batterie ist lediglich eine Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterie. Eine neuartige Nanobeschichtung soll deren Leistungsfähigkeit etwas erhöhen. Abgesehen von den grossen Gefahren, die von Lithium-Ionen Batterien ausgehen, von der für Mensch und Umwelt mörderischen Gewinnung von Kobalt und Lithium, für deren Herstellung gar nicht zu reden, verbirgt sich hinter den Frommeltschen Gedanken doch Erstaunliches. Nämlich, weshalb glaubt er, dass man eine riesengrosse Batterie für die Speicherung von überschüssigem Solar und Windstrom ausgerechnet hoch oben im Alpengenbiet in den felsigen Grund versenken sollte? Weiss er denn nicht, dass heutiger moderner Strom gar nicht in einem hohlen Röhrchen nach unten fliessen muss, womit es ganz egal ist, wo die Batterie steht? Warum also will er diesen Flatterstrom unbedingt dort hinaufpumpen? Man hatte ja schon nicht schlecht gestaunt, wie die LKW auf die sehr seltsame Idee kamen, Wasser in einer grossen und sehr teuren Kaverne unten im Tal zu speichern. «Unten», wo doch Wasser im Kanal, im Rhein, im Giessen usw. im Überfluss vorhanden ist? Im Gegensatz zu Strom ist Wasser erst wertvoll wenn es oben ist. Man sieht also, bis zur Verwirklichung einer Welt, die vollständig aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, müssen wir noch viele Himmels- und Höllenerscheinungen über uns ergehen lassen. Und es sind noch viele Fragen zu klären und grosse Hindernisse zu überwinden. Wobei der Kopf das grösste darstellen dürfte.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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