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Leserbrief

Die Qual der Wahl

Otto Beck, Bergstrasse 119, Triesenberg | 29. Januar 2021

Da sitz ich nun am Tisch und habe die Broschüren und die Wahllisten der fünf Parteien ausgebreitet. Ich blättere vor und zurück, lese, studiere die Slogans und betrachte die Fotos.
Die Schwarzen, sie kommen gelb daher, wohl weil schwarz gar so düster wirkt. Vorne drei Personen, die ich nicht wählen kann, das gewünschte FBP-Regierungsteam, Regierungschefin und zwei Regierungsräte, die vom Landesfürsten einvernehmlich mit dem Landtage auf dessen Vorschlag ernannt werden sollen. Zeitgemäss mit QR-Code, dessen Video mit der Wunschregierungschefin startet.
Dann der Aufruf des Parteipräsidenten, endlich, ab Seite zehn die Fotos der Kandidaten und folgend die einzelnen Vorstellungen. Ein Büchlein mit 36 Seiten. Wieso nennen die sich Fortschrittlich, frage ich mich, wo sie doch christlich-konservativ beschrieben sind?
Die Roten, gemäss Beschrieb eine sozial-konservative Volkspartei, ein Riesenprospekt, 24 Seiten stark, vorne prangt das Wort Vertrauen. Dann 25 Porträts, die vorgeschlagenen Regierungskandidaten haben sich einfach unter die Wahlkandidaten gemischt. Gross und aufwändig gemacht. Samt QR-Code zum Video, das natürlich mit dem Regierungschef-Kandidaten startet, den wir gar nicht zu wählen haben. Und ein Wahlprogramm gibts auch noch.
Die Weissen, knapp in A4, grosse Porträts und viel Grün. Gute Vorstellungen, lieber wäre mir noch etwas mehr Grün statt der Gender- Sterne, die denen anscheinend so wichtig sind. Immerhin 32 Seiten für eine Jungpartei, gemessen an den «Grossen».
DU, die Unabhängigen, eure Farbe kenn ich nicht. Im Zeitungsstil, als sie noch s/w war. Viel zu lesen, einiges sogar im Stil, wo sie recht haben, haben sie recht. Opposition eben.
DpL, die Jüngsten, die Abgespaltenen von den Abgespaltenen, keine mir bekannte Farbe, vorne (oder ist es hinten?) steht transparent. Porträts mit für mich teilweise etwas unscharfen Aussagen.
So und was mach ich jetzt? Ich blättere die Amtlichen Stimmzettel mit den Nummern 01.01 bis 05.08 vor und zurück. Schliesslich picke ich einen heraus, streiche, schreibe darüber, fülle leere Zeilen.
Stimmkarte unterschreiben, Stimmzettel hinein und rein in die Wahlurne. Nun gilt es warten bis zum 7. Februar. Dann weiss ich, wie schief ich liege.


Otto Beck, Bergstrasse 119, Triesenberg

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