Leserbrief

Und wer wird für die Schmutzkampagne zur Verantwortung gezogen?

Adolf Ritter, Töbeleweg 9, Mauren | 28. Januar 2021

Wie ist das Vorgehen gegen die ehemalige Aussenministerin Aurelia Frick zu erklären?
Erstens: Das Vorgehen der FBP gegen Abtrünnige und Menschen mit eigener Meinung hat System und Tradition. Als Herbert Wille und der 2008 verstorbene Altregierungschef Gerard Batliner es als ihre moralische Pflicht ansahen, die fürstliche Auslegung der Verfassung zu kritisieren, wurden beide fallen gelassen wie heisse Kartoffeln. Wer Kante zeigt oder das symbiotische Verhältnis von Fürst und FBP stört, dem droht Anfeindung und Ausschluss. Kein Wunder also, wenn auch Erbprinz Alois nichts Gutes mehr an Frau Frick fand und den Rauswurf von Aurelia Frick fix und widerspruchslos absegnete; man ist sich ja nah und hält sich gegenseitig die Steigbügel.
Zweitens: Wenn es tatsächlich nur um 5630 Franken geht, ist das keine Rechtfertigung für diese Hexenjagd. Da bunkerten Despoten, Kriminelle und Steuerhinterzieher ganz andere Summen mit Unterstützung von ganz oben auf liechtensteinischen Konten. Den Profit daraus haben wir wissentlich gerne eingesteckt.
Drittens: Das rohe, würdelose und erniedrigende Vorgehen erhellt mehr den Charakter und die Motivation der Ankläger als die Vorwürfe gegen Frau Frick. Der unflätige, derbe und unsachliche Angriff von Regierungschef Adrian Hasler, Frau Frick müsse «die Hosen runterlassen», ist die Sprache eines Mannes, der auf Rache aus ist. Er spielt auf die Frau und missachtet mit seiner Wortwahl nicht nur die Würde des Menschen, er beschädigt auch sein Amt und das Vertrauen in die Politik.


Adolf Ritter, Töbeleweg 9, Mauren

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