Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Zur Impfung der jüngeren Hochrisikogruppe

Thomas List, Jedergass 74, Gamprin | 23. Januar 2021

Während die derzeitige Regierung – wie an der gestrigen Corona-Pressekonferenz ersichtlich wurde – an der Risikoeinstufung rein nach Altersgruppen festhalten möchte, zeigt man sich in der Nachbarschaft durchaus flexibler. In Vorarlberg etwa haben die behandelnden Hausärzt/-innen die Möglichkeit, ihre jüngeren Hochrisikopatient/-innen mittels Codeeingabe auf der Online-Anmeldeplattform für die Corona­impfung entsprechend vor zu reihen. Im Kanton St. Gallen werden neu ebenfalls Risikopatient/-innen unabhängig vom Alter geimpft – vorrangig aus den Bereichen Onkologie und Nephrologie, wie es heisst. Bemerkenswert ist, dass offenbar beide Nachbarn auch medizinisch betreuten Bürger/-innen aus Liechtensteinstein die Impfung schon jetzt ermöglichen!
Ich möchte hier keineswegs einen Ellbogenstreit darüber entfachen, wer nun ein vorrangiges Recht auf die Impfung hätte – wir sind mit der aktuellen Konzentration auf die hochbetagte Bevölkerungsgruppe ganz sicher auf dem richtigen Weg; jedoch sollte die Frage erlaubt sein, ob an der Zielschärfe des geplanten Einsatzes der – momentan noch raren – Impfdosen eventuell auch hierzulande noch geschraubt werden könnte.
Beispielsweise ist es aktuell nachvollziehbar, dass pflegemedizinisches Personal als potenzielle Spreader-Gruppe (durch den unvermeidbaren häufigen Patientenkontakt) zur Impfung geradezu angehalten ist; sobald jedoch deren vulnerables Klientel in Spital und Pflegeeinrichtungen weitgehend immunisiert ist, sollte sich diese Dringlichkeit zugunsten anderer Hochrisikogruppen abschwächen können.

Gleiches gilt wohl auch für die motivierende «Symbolwirkung» mehr oder weniger prominent besetzter «Impftestdurchläufe». Danke, wir haben’s verstanden!
Jüngere, nicht stationär behandelte Hochrisikopatient/-innen sollten vielleicht von den sie betreuenden Mediziner/-innen mittels Attest als ebensolche ausgewiesen werden können. «Hochrisiko» ist natürlich ein qualitativer Begriff – eine Definitionsfrage. Wem sonst aber, als den jeweiligen Hausärzt/-innen sollte diese Definition besser gelingen?


Thomas List, Jedergass 74, Gamprin

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung